Schul-Tests unter die Lupe

Eine Million Coronatests zeigen überraschendes Ergebnis

2021 mussten Schüler regelmäßig testen. Eine neue Studie zeigt nun, wie sich die Antigentests auf Corona-Infektionen an Schulen auswirkten.
Newsdesk Heute
01.10.2026, 21:14
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Die Corona-Testungen an Österreichs Schulen dürften 2021 tatsächlich dazu beigetragen haben, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Das zeigt eine neue Studie von Grazer Wissenschaftern, über die der ORF berichtet. Dafür wurden die Ergebnisse von rund einer Million Antigentests ausgewertet. Die Untersuchung befasste sich mit den ersten sechs Wochen des österreichweiten Testprogramms ab Februar 2021.

Damals mussten sich Schülerinnen und Schüler sowie das pädagogische Personal regelmäßig testen. Die Antigentests wurden ein- bis dreimal pro Woche selbstständig per Nasenabstrich durchgeführt. Die Teilnahme war zwar freiwillig, allerdings Voraussetzung für den Schulbesuch. Das Angebot wurde sehr stark angenommen: Die Beteiligung lag bei mehr als 98 Prozent und stieg im Laufe des untersuchten Zeitraums weiter an.

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Fast 7.000 positive Tests

Die Wissenschafter werteten die Ergebnisse von rund einer Million Schülern und etwa 150.000 Lehrkräften aus. Zusätzlich wurde in einer repräsentativen Gruppe mit PCR-Tests überprüft, wie häufig asymptomatische Infektionen vorkamen. Als asymptomatisch werden Infektionen bezeichnet, bei denen die betroffene Person keine Beschwerden zeigt.

In den sechs untersuchten Wochen wurden insgesamt 6.979 Menschen durch einen Antigentest positiv getestet. Bei den Schülerinnen und Schülern lag die durchschnittliche wöchentliche Positivrate bei 0,8 Prozent. Bei den Lehrkräften waren es 0,22 Prozent. Gleichzeitig hatten Lehrkräfte im Vergleich zu Studierenden in allen untersuchten Wochen ein signifikant höheres Risiko für ein positives Testergebnis.

Besonders interessant ist der Blick auf die Weitergabe des Virus innerhalb der Schulen. Zwischen 78,5 und 89,7 Prozent der positiven Fälle wurden als Einzelfälle registriert. Das wurde von den Wissenschaftern als Hinweis auf eine geringe Übertragungsrate innerhalb der Schulen interpretiert.

Zahl der symptomlosen Infektionen sank

Während des untersuchten Testprogramms war die Häufigkeit asymptomatischer Infektionen laut Studie um rund 70 Prozent niedriger als zuvor. Die Autoren sehen darin Hinweise darauf, dass das Screening gemeinsam mit den gleichzeitig geltenden Schutzmaßnahmen einen Beitrag zur Eindämmung der Übertragung geleistet haben könnte.

Die Studie macht allerdings auch eine wichtige Einschränkung. Aus den vorliegenden Daten lasse sich kein kausaler Zusammenhang ableiten. Es kann also nicht eindeutig bewiesen werden, dass die niedrigere Zahl asymptomatischer Infektionen allein oder unmittelbar durch die Schultests verursacht wurde. Gleichzeitig liefen damals weitere nicht-pharmazeutische Schutzmaßnahmen, die ebenfalls einen Einfluss gehabt haben können.

Die wissenschaftliche Arbeit stammt von Christoph Zurl von der Grazer Universitäts-Kinderklinik und weiteren Autoren. Sie wurde vor Kurzem im Fachjournal "Frontiers in Public Health" veröffentlicht.

red,01.10.2026, 21:14
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