Caritas macht aufmerksam

Einkaufsbummel als Härtetest: Shoppen im Rollstuhl

Vom Rollstuhl-Selbstversuch bis zum barrierefreien Shopping-Alltag: Wie Inklusion im Westfield Donau Zentrum mitten ins Leben geholt wurde.
Niklas Burger
09.10.2026, 17:26
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Es ist ein gewagtes Experiment. Mitten im Freitagsstress im Donauzentrum setzen wir uns in den Rollstuhl oder verpassen uns eine Augenbinde – wir versuchen das Umfeld so zu erleben, wie Menschen mit einer Behinderung.

Auf einmal ist alles anders, völlig unvorstellbar bis jetzt, doch für viele ist es der Normalzustand. Genau solche Situationen lässt einen die Caritas mit der Aktion "Barrierefreie Teilhabe" mit verschiedenen Inklusionsständen heute hautnah erleben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Einkaufsbummel wird zum Härtetest: Die Lieblingspasta im Supermarktregal – üblicherweise in Augenhöhe – ist plötzlich unerreichbar. Wir lassen uns ein auf die Stationen der Caritas-Schule Campus 22.

Bei Übungen wie einem Rollstuhl-Parcours und dem Simulieren von Sehbehinderung wird klar, vor welchen Herausforderungen Menschen mit Beeinträchtigungen stehen. "Wir könnten uns nicht einmal mehr unser Lieblingsmüsli selbst kaufen", schildern die Schülerinnen Angelina Piller (16) und Anna Zimmermann (17) ihre Rollstuhlerfahrung.

Der Perspektivenwechsel fordert selbst die Jüngsten, das zeigte eine Szene vor Ort: Ein zwölfjähriger Bub setzt sich in den Rollstuhl, gibt nach ein paar Metern entnervt auf und stöhnt: "Ich kann nicht mehr!" – es ist ein kleiner Moment mit großer Wirkung, der zeigt, wie hart der Alltag ist.

Vom "Slow Dating" bis zur DuDa-App

Praktische Hilfe gibt es an den Infoständen: Bettina (46) zeigte mit dem "Slow Dating"-Projekt, wie man via iPads und Symboltafeln vom Rückenschmerz bis zum Geburtstagskuchen ganz ohne Worte kommuniziert.

Mathias Mehrwald (38) stellte die neue "DuDa-App" vor, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen über Online-Bewegungsrunden oder Online-Lesestunden gegen Einsamkeit vernetzt.

Prominente Tennis-Unterstützung

Inklusionsbotschafter und Tennisprofi Nico Langmann, der in zwei Wochen bei den Wiener Open neben Zverev und Co. aufschlägt, findet es schön, dass hier einem klassischen Shoppingtrip etwas Tiefe gegeben wird und ein Mehrwert geboten wird.

Der Spitzensportler kann sich an Zeiten erinnern, das Wort Inklusion vielen gar kein Begriff war. Umso wichtiger findet er Veranstaltungen wie diese: "Menschen mit Behinderung sind zu 100 Prozent Teil unserer Gesellschaft und genau dorthin gehört Inklusion auch: mitten unter die Leute wie hier im Einkaufszentrum."

nibu,09.10.2026, 17:26