"Politischer Trauzeuge"

Eklat um Zwangsehen – FPÖ rechnet knallhart mit SPÖ ab

Ein brisantes Schreiben an Wiens Schulen sorgte für Wirbel. Darin wurde zur Wachsamkeit vor Zwangsehen aufgerufen. Die FPÖ ortet Versagen der SPÖ.
Newsdesk Heute
12.07.2026, 17:14
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Am 22. Juni – kurz vor dem Start der Sommerferien – trudelte an Wiener Schulen ein Schreiben der Bildungsdirektion an die Direktoren ein. Der Inhalt ist durchaus brisant: Wie bereits berichtet, werden die Pädagogen angewiesen, auf Schülerinnen zu achten, die während eines Urlaubs in ihrem Heimatland zwangsverheiratet werden könnten.

Demnach sei die Zeit vor den Ferien eine wichtige Gelegenheit, "mit potenziell betroffenen Schülerinnen ins Gespräch zu kommen, über Unterstützungsangebote zu informieren und bei Bedarf an spezialisierte Beratungsstellen zu vermitteln." Warnsignale seien eine starke familiäre Kontrolle, Angst vor Familienangehörigen, kurzfristige Reisepläne, sozialer Rückzug oder Hinweise auf eine bevorstehende Verlobung oder Eheschließung.

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Lehrer kritisiert Maßnahme

Die Sorge ist durchaus berechtigt, da laut eines Forschungsberichts des Österreichischen Integrationsfonds von 2023 jährlich rund 200 Fälle von Zwangsehen registriert werden. Dennoch sehen sich manche Lehrer von der zusätzlichen Aufgabe überrumpelt. "Was sollen wir Lehrer denn noch alles machen?", fragt ein Pädagoge. Ihm zufolge würde sich diese Aufforderung "jeglicher Sachlichkeit" entbehren und sei "einfach nur lächerlich".

Ähnlich dürfte dies auch die Wiener FPÖ sehen. Sie werfen der SPÖ-NEOS-Stadtregierung vor, Lehrkräfte zu Ermittlern zu machen. Dass junge Mädchen in Wien Gefahr laufen, gegen ihren Willen verheiratet zu werden, findet Klubobmann Maximilian Krauss "entsetzlich".

SPÖ war "Trauzeuge der Zwangsehen"

Ihm zufolge sei die Zwangsehe "eines der Integrationssouvenirs, mit denen uns die SPÖ beglückt hat und inzwischen zu einem massiven gesellschaftlichen Problem geworden ist". Er warf den Sozialdemokraten vor, die Verantwortung nun auf die Pädagogen abschieben zu wollen.

Die Stadtregierung sollte vielmehr gegen "Parallelgesellschaften und integrationsfeindliche Strukturen" vorgehen, als die Schulen zur "Reparaturwerkstatt ihrer eigenen politischen Fehler" zu machen. Krauss wirft der SPÖ vor, "jahrelang der politische Trauzeuge der Zwangsehen" gewesen zu sein. Nun würde mit "völlig falschen Mitteln" reagiert werden.

Laut dem Freiheitlichen soll die Ursache der Zwangsehen bekämpft werden. Damit meint Krauss ein konsequentes Zurückdrängen von Parallelgesellschaften und die Ahndung von fehlender Integrationsbereitschaft.

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