Das Klimaphänomen El Niño hinterlässt deutliche Spuren im tropischen Pazifik.
Neben ungewöhnlich warmem Wasser und regionalen Verschiebungen des Meeresspiegels zeigen NASA-Satellitenkarten einen überraschenden Effekt: Teile des äquatorialen Pazifiks erscheinen messbar blauer als im Vorjahr.
Der Grund für die Farbveränderung liegt in der Meeresbiologie: Normalerweise treiben Passatwinde warmes Oberflächenwasser westwärts. Vor Südamerika kann dadurch kühles, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe aufsteigen. Bei El Niño verändert sich dieses Zusammenspiel - mit der Folge, dass weniger Nährstoffe an die Oberfläche gelangen.
Wie es bei scinexx heißt, hat der 2024 gestartete NASA-Satellit PACE mit seinem Ocean Color Instrument die Veränderung der Meeresfarbe gemessen. Eine gesonderte Auswertung ergab für Juni niedrigere Chlorophyllkonzentrationen als im Vorjahr - ein Hinweis auf weniger Phytoplankton.
Eines der frühen Anzeichen tauchte bereits im Jänner bei Mikronesien auf. Satelliten beobachteten eine sogenannte Kelvinwelle - eine tausende Kilometer lange Bewegung wärmeren Wassers, die ostwärts wanderte. "Kelvinwellen sind wie der Herzschlag des El Niño. Unsere Satelliten zur Meereshöhenmessung lassen uns in den Ozean hineinblicken und jeden Schlag beobachten", erklärt Josh Willis vom Jet Propulsion Laboratory der NASA.
Die Wassertemperatur im östlichen Pazifik lag zuletzt etwa 1,7 Grad Celsius über dem langfristigen Durchschnitt. Der Meeresspiegel stieg regional um bis zu 40 Zentimeter.
Phytoplankton bildet die Basis vieler mariner Nahrungsketten - sein Rückgang könnte weitreichende Folgen für die Ökosysteme haben.
Die US-Klimabehörde hält für den Herbst sogar einen Stärkerekord des El Niño für möglich, auch wenn dieser bislang nicht bestätigt ist.