Mehr als 30 Jahre Bandgeschichte, unzählige Hits und ein ganz besonderer Gast: Die Söhne Mannheims kommen am 22. und 23. Oktober ins Wiener Theater Akzent. Mit ihrem Programm "Söhne Mannheims Piano & Austrian Friends" zeigen sie sich von ihrer gefühlvollen Seite.
Am ersten Abend ist auch Social-Media-Star Ella Stern dabei, einen Tag später steht Musiker Slomo mit der Band auf der Bühne. Im Gespräch mit "Heute" geben Sängerin Stern und Söhne-Mitglied Michael Klimas überraschend persönliche Einblicke ins Musikgeschäft.
"Ich bin immer sehr nervös", gesteht die 29-Jährige. Erst nach zwei oder drei Liedern könne sie den Auftritt richtig genießen. "Aber alles davor ist für mich der absolute Horror." Klimas, der seit mehr als 20 Jahren zur deutschen Kultband gehört, kann das nachvollziehen. Die Söhne Mannheims seien allerdings zu zehnt auf der Bühne und könnten sich gegenseitig auffangen. "Ich würde nicht mir dir tauschen wollen".
Besonders offen spricht die Wienerin über den Druck, dem junge Musiker heute ausgesetzt sind. Soziale Medien hätten ihr zwar den Einstieg ins Musikgeschäft ermöglicht, gleichzeitig würden sie aber auch enorm an ihren Kräften zehren. "Social Media kratzt sehr an der mentalen Gesundheit", gesteht Stern.
Vor allem die Schnelllebigkeit macht ihr zu schaffen. Statt auf ganze Songs, Plattencover oder Musikvideos konzentriere sich vieles nur noch auf kurze Ausschnitte, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Dabei würden zahlreiche Klicks und Abonnenten keineswegs automatisch bedeuten, dass auch Konzertkarten verkauft werden. "Leider geht das nicht Hand in Hand", erklärt die Sängerin.
Der erfahrene Musiker hat für seine junge Kollegin einen wichtigen Rat. Nach mehr als drei Jahrzehnten auf der Bühne weiß Klimas, wie schnell der Erfolg zur Selbstverständlichkeit werden kann. "Mein größter Fehler: Ich glaube, ich habe viele Sachen nicht so wirklich genießen können, wie ich hätte sollen", gesteht er.
Mittlerweile sei ihm die Freundschaft innerhalb der Band mindestens so wichtig wie der Auftritt selbst. Die Musiker hätten gemeinsam zahlreiche Krisen überstanden. Auch die Corona-Zeit und die Trennung von Xavier Naidoo hätten ihre Spuren hinterlassen. Gerade dadurch sei die Band aber noch enger zusammengewachsen.
Auch das aktuelle Klavierprogramm hat seinen Ursprung in einer schwierigen Zeit. Während der Corona-Pandemie war es für die große Band kaum möglich, in voller Besetzung unterwegs zu sein. Daraus entstand eine kleinere Konzertvariante, die mittlerweile zum festen Bestandteil des Bandprogramms geworden ist.
"Aus dieser Notsituation wurde auch ein Programm, mittlerweile sogar ein Statement", erklärt Klimas. Gemeinsam mit Pianist Florian Sitzmann bringen die Sänger, zu denen auch Dominic Sanz, Giuseppe "Gastone" Porrello und Karim Amun zählen, sowie Rapper Metaphysics Hits wie "Und wenn ein Lied" und "Geh davon aus" in neuen Versionen auf die Bühne.