Österreich steht jeden Morgen mit ihm auf, seit bald 15 Jahren verbreitet Philipp Hansa gute Laune im "Ö3 Wecker". Ab 15. Oktober erklingt die vertraute Radiostimme aber nun in einem österreichischen Animationsfilm im Kino: In "Monster Mia" spricht der Moderator den jungen Vampir "Paprika".
"Ich habe genauso geredet, wie sonst im Radio. Ich dachte, das mache ich in einer halben Stunde. Ich war dann neun Stunden dort und habe nichts gegessen. Es ist doch ganz ein anderes Fach, Synchronsprecher zu sein", gibt er im "Heute"-Gespräch zu.
Im Mittelpunkt des Leinwand-Abenteuers steht die 12-jährige Mia (Lilian Jane Gartner), die in der makellosen, aber tödlich langweiligen Stadt Lilienthal lebt. Alles ändert sich, als die Jugendliche auf die Finsterwald-Schule geschickt wird, die ausschließlich von Monstern besucht wird. Um dazuzugehören, muss sie verbergen, dass sie eigentlich ein Mensch ist.
Eines der Monster ist Paprika, ein fescher Jung-Vampir, der sich mit Mia anfreundet. "Ich hoffe, mir sind die anderen jetzt nicht böse, aber meine Figur ist schon die Spannendste. Er hat diese klare Vorstellung, dass Menschen böse sind. Das spielt mit dem, was wir alle in uns haben: Stereotype. Dieses Vorurteil wird bei ihm dann widerlegt und er eines Besseren belehrt. Das ist der einzige Charakter im Film, der so einen Bruch hat", freut sich Hansa.
Neben ihm leihen auch Verena Altenberger, Michael Ostrowski, Silvia Schneider, Nina Hartmann, Fanny Stapf, Susi Stach, Maria Fliri, Julia Schranz und Armin Assinger den Filmfiguren ihre Stimmen. Das Besondere: Alle sprechen in unterschiedlichen heimischen Dialekten.
"Wir wollten ein bisschen Lokalkolorit reinbringen und es wirklich österreichisch machen. Wenn man ins Kino geht, kann man sich identifizieren, wie bei Heimatfilmen, die in deinem Dorf spielen. Und Österreich ist ein großes Dorf, wo es zum Glück viele Dialekte gibt."
Für Hansa, der heuer seinen Vater verloren hat und das auch auf Ö3 teilte, hat der Film auch ganz persönlich etwas bewegt. "Die Aufnahmen waren eine Woche nach dem Begräbnis meines Vaters. Er hätte es so cool gefunden. Ich hätte es ihm gerne erzählt und konnte nicht mehr. Aber ich weiß, dass es ihm da oben trotzdem taugt."
Mehr noch: "'Monster Mia' hat mich mehr geheilt und mir Freude bereitet, als ich mir vorstellen konnte. Wenn das dann auch vielen Menschen im Kino so geht und ich ein kleiner Teil davon bin, ein kleiner roter Paprika, dann freue ich mich schon sehr."