"Großer Leichtsinn"

Eltern lassen Söhne am Berg zurück – nun spricht Retter

Nach der dramatischen Bergrettung zweier Buben (13, 16) in Südtirol gibt es Entwarnung. Ein Bergretter übt allerdings deutliche Kritik.
20.10.2026, 13:15
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Nach der dramatischen Rettungsaktion in den Südtiroler Bergen gibt es gute Nachrichten: Die beiden deutschen Jugendlichen im Alter von 13 und 16 Jahren, die in der Nacht auf Sonntag bei einer geschlossenen Berghütte auf 2.340 Metern in Not geraten waren, konnten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Ein Sprecher der Bergrettung Pustertal findet für die gefährliche Aktion allerdings deutliche Worte. Das Verhalten der Jugendlichen sei von "großem Leichtsinn" geprägt gewesen.

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Bergretter spricht von "großem Leichtsinn"

Die beiden Buben waren am Samstag während eines Familienurlaubs in Toblach zu einer ausgedehnten Bergtour aufgebrochen. Ihr Ziel war die Bonner Hütte in den Villgratner Bergen, wo sie übernachten wollten. Dafür mussten sie mehr als 1.000 Höhenmeter überwinden.

Was die Jugendlichen offenbar nicht wussten: Die Schutzhütte hatte ihre Sommersaison bereits vor mehr als einer Woche beendet. Als sie nach dem anstrengenden Aufstieg ankamen, standen sie vor verschlossenen Türen.

Statt umzukehren, beschlossen sie, die Nacht im Freien zu verbringen. Eine Entscheidung, die ihnen bei den tiefen Temperaturen beinahe zum Verhängnis geworden wäre.

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur kritisierte ein Sprecher der Bergrettung Pustertal nun die mangelnde Vorbereitung. Zugleich betonte er, dass derartige Vorfälle glücklicherweise nur selten vorkommen würden.

Übelkeit und Unterkühlung auf 2.340 Metern

Die beiden Jugendlichen waren für die herbstlichen Verhältnisse im Hochgebirge nicht ausreichend ausgerüstet. Als die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt fielen, wurde ihre Lage zunehmend gefährlich. Beide kühlten erheblich aus.

Einer der Buben litt zudem unter starkem Unwohlsein und musste sich übergeben. Gegen 1 Uhr nachts verständigten die Jugendlichen schließlich ihre Eltern. Diese alarmierten umgehend die Rettungskräfte.

Die Bergrettung Hochpustertal rückte zur Bonner Hütte aus und konnte mit Einsatzfahrzeugen bis zum Gebäude gelangen. Dort fanden die Helfer die beiden stark unterkühlten Jugendlichen vor.

Beide durften Krankenhaus verlassen

Die Bergretter brachten die Buben ins Tal, wo sie vom Rettungsdienst erstversorgt wurden. Anschließend wurden beide zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus von Innichen gebracht.

Nun gibt es Entwarnung: Nach Angaben eines Bergrettungssprechers konnten die Jugendlichen die Klinik inzwischen wieder verlassen. Damit nahm der gefährliche Ausflug letztlich ein glimpfliches Ende.

Eltern hatten Hütte nicht überprüft

Besonders brisant ist, dass die Eltern der beiden Buben den Ausflug genehmigt hatten. Sie hielten ihre Kinder nach eigenen Angaben für ausreichend erfahren, um die Bergtour selbstständig zu unternehmen.

Allerdings hatten sie zuvor nicht kontrolliert, ob die geplante Unterkunft überhaupt noch geöffnet hatte. Die Bonner Hütte liegt auf rund 2.340 Metern oberhalb von Toblach und ist ein beliebtes Wanderziel mit Aussicht auf die Dolomiten.

Der Aufstieg über Almgelände und Bergwiesen gilt bei guten sommerlichen Bedingungen als technisch wenig schwierig, erfordert aber Kondition. Im Herbst können sich die Bedingungen jedoch rasch verändern. Vor allem die niedrigen Temperaturen in der Nacht werden dann zum Risiko.

Der Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, vor einer Bergtour die Öffnungszeiten von Schutzhütten, das Wetter und die notwendige Ausrüstung zu überprüfen. Für die beiden Jugendlichen ging das Abenteuer dank des Einsatzes der Bergrettung jedenfalls gut aus.

red, 20.10.2026, 13:15
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