Selenskyj erhebt Vorwürfe

Raketen bereits bezahlt – USA halten Lieferung zurück

Der Konflikt zwischen Trump und Selenskyj verschärft sich. Die Ukraine wartet auf wichtige Raketen und erhebt schwere Vorwürfe.
20.10.2026, 13:04
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Zuerst traf US-Präsident Donald Trump ein Dieselabkommen mit Russland und lockerte Sanktionen, nun will er mit Kreml-Chef Wladimir Putin und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping über die Ukraine verhandeln. Darüber hinaus belastet auch die angebliche Zurückhaltung von bereits bezahlten Patriot- und anderer Luftabwehrraketen die Beziehungen zwischen Kiew und Washington.

Der Vorwurf stammt vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Demnach hätten andere NATO-Staaten die Raketen bereits gekauft, doch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hätte die Auslieferung noch nicht unterzeichnet. So muss Kiew auf die wichtigen Abwehrsysteme weiterhin warten. Unter Berufung auf US-Beamte schrieb die "Washington Post", dass das Pentagon die Lieferungen nicht zurückweist. Allerdings hätte Hegseth auch nicht die nötigen Schritte getroffen, um diese in Gang zu setzen. Eine Genehmigung seitens der USA sei somit noch ausständig.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Kiew sauer wegen Starlink

Eine weitere Kritik der Ukraine bezieht sich auf die Einschränkungen des Satellitennetzwerks Starlink und des Austauschs von Geheimdienstinformationen. Ganze dreimal hätte Kiew vor russischen Angriffen keine Warnung von ihren Partnern erhalten, beschwerte sich Selenskyj. Laut einem Bericht von "Axios" wittere der ukrainische Staatschef dahinter eine "politische Entscheidung".

Das US-Verteidigungsministerium betonte, dass es keine Änderungen beim Waffenprogramm für die Ukraine geben würde. Auch das US-Außenministerium wies die Kritik zurück. Demnach sei die US-Regierung für die Drosselung von Starlink nicht verantwortlich. Anders äußerte sich der verantwortliche Tech-Unternehmer Elon Musk. Ihm zufolge würden Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung vom US-Präsidenten entschieden werden. Über die strittigen Fragen habe Selenskyj bereits mit US-Außenminister Marco Rubio gesprochen. Es war die Rede von einem "gehaltvollen" Telefonat.

Trump will Gegenleistung

Unterdessen attackierten sich der ukrainische Präsident und Trump gegenseitig. So meinte Selenskyj, dass der US-Präsident kremlfreundliche Politik betreiben würde und "auf der falschen Seite der Geschichte" stehe. Trump hingegen sagte, dass Selenskyj nicht wüsste, "wovon er spricht". Des Weiteren gab der US-Präsident seinem ukrainischen Amtskollegen die Schuld für den anhaltenden Krieg.

Zudem will Trump von der Ukraine offenbar eine Gegenleistung haben. Er beklagte, dass man Kiew "viel gegeben" habe. Gleichzeitig hätte man von der Ukraine "nichts" erhalten. Laut Trump solle jemand anderer als Selenskyj mit Russland über Frieden verhandeln. Für Dienstag sind jedenfalls erneute Gespräche in Norwegen geplant. Daran sollen Selenskyj sowie die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner – letzterer wird zugeschaltet – teilnehmen. Auch ein Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten, dem finnischen Staatschef Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe ist geplant.

red, 20.10.2026, 13:04