Schweigend, ehrfürchtig, mit Tränen in den Augen: Rom verabschiedete sich am Freitag von einem seiner größten Söhne. In der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri wurde Valentino Garavani beigesetzt. Jener Mann, der über Jahrzehnte hinweg Königinnen, First Ladys und Oscarpreisträgerinnen einkleidete und die Modewelt prägte wie kaum ein anderer.
Unter den Trauergästen fanden sich zahlreiche internationale Stars: Schauspielerinnen wie Anne Hathaway (43) und Liz Hurley (60) reisten ebenso an wie Mode-Ikone Anna Wintour (76), Donatella Versace (70), Tom Ford (64), Anna Fendi (92) und Brunello Cucinelli (72). Vor der Basilika versammelten sich bei mildem Sonnenschein und rund 15 Grad fast 1.000 Menschen. Viele hielten still inne, manche applaudierten leise, als der Sarg in die Kirche getragen wurde.
Besonders bewegend: Italiens Filmlegende Sophia Loren (91) verabschiedete sich mit einem Trauerkranz, auf dem stand: "Immer in meinem Herzen." Ein Satz, der zeigt, wie tief die Verbundenheit zwischen Valentino und seinen Weggefährten war.
Valentino war am 19. Januar in seiner Villa in Rom gestorben. "Er schlief friedlich im Kreise seiner Lieben ein", hieß es in einer Erklärung seiner Stiftung. Zuvor war sein Leichnam zwei Tage lang im ehemaligen Firmensitz nahe der Spanischen Treppe aufgebahrt worden. Tausende Menschen nutzten die Gelegenheit, um Abschied zu nehmen.
An seiner Seite bis zuletzt: sein langjähriger Weggefährte Giancarlo Giammetti (83) sowie sein letzter Partner Bruce Hoeksema (68). Giammetti und Valentino verband eine außergewöhnliche Geschichte. Aus einer Begegnung in Paris entstand nicht nur eine Liebesbeziehung, sondern auch eine der erfolgreichsten Partnerschaften der Modewelt. Über mehr als 50 Jahre lang bauten sie gemeinsam ein Imperium auf.
Valentinos Vermächtnis ist gigantisch. Sein berühmtes "Valentino-Rot" wurde zur Ikone. Seine Roben schmückten unzählige Oscar-Verleihungen. Etwa 2001, als Julia Roberts in einem schwarz-weißen Vintage-Kleid von Valentino ihren Oscar entgegennahm, oder 2005, als Cate Blanchett in buttergelber Seide gewann. Bereits in den 1950er-Jahren hatte Garavani bei großen Namen wie Jean Dessès und Guy Laroche gearbeitet, bevor er selbst zur Legende wurde.
2008 zog sich Valentino endgültig aus dem Berufsleben zurück. Ende der 90er hatte er sein Unternehmen verkauft, blieb der Marke aber weiterhin als kreativer Kopf verbunden. Was blieb, ist mehr als Mode: Es ist ein Lebensgefühl, eine Ästhetik, ein Mythos.
Nach der Trauerfeier wurde der Sarg auf einem römischen Friedhof in einer Familienkapelle beigesetzt. Rom, die Modewelt und Millionen Bewunderer weltweit sagen leise: Grazie, Valentino.