Die Schweizer Ski-Stars machen dort weiter, wo sie letzten Winter aufgehört haben. Nachdem sie den ÖSV-Stars auf der Piste viel zu oft die Show gestohlen haben, läuft es in der Vorbereitung auf den neuen Winter (Saisonstart am 24. Oktober in Sölden) nach Wunsch.
Besonders Franjo von Allmen präsentiert sich in bestechender Form. Der dreifache Olympiasieger raste im Trainingslager in Chile laut "Blick" bei den teaminternen Läufen zu einer Bestzeit nach der anderen.
"Franjo hat sich noch einmal enorm gesteigert! Es ist nicht lange her, als er zu wenig stabil war. Doch jetzt fährt er wirklich enorm konstant. Er ist in den letzten Wochen nur ein- oder zweimal ausgeschieden", schwärmt der Schweizer Speed-Chef Reto Nydegger gegenüber "Blick".
Dabei soll von Allmen seine Kollegen keineswegs nach Belieben abgehängt haben. "Es ist nicht so, dass Franjo allen anderen im Training meilenweit davongefahren ist, der Rest des Teams ist zeitmäßig nicht weit weg", erklärt Nydegger. Ein Hinweis darauf, dass die gesamte Schweizer Speed-Truppe bereits ordentlich in Fahrt sein könnte.
Bei Superstar Marco Odermatt verlief die Vorbereitung dagegen nicht ganz nach Plan. Der Schweizer hatte sich Ende August beim Trockentraining eine leichte Muskelverletzung zugezogen und konnte deshalb erst eine Woche später als vorgesehen nach Chile reisen.
Trotzdem konnte der Gesamtweltcupsieger wieder ordentlich Kilometer sammeln. "Ich hatte hier ein paar richtig gute Trainingstage. Auf meine drei Disziplinen verteilt, habe ich in diesem Chile-Camp neun Einheiten absolviert", sagt Odermatt zu "Blick".
Neben Riesentorlauf standen auch Abfahrt und Super-G auf seinem Programm. Schweizer Cheftrainer Tom Stauffer zeigt sich zufrieden: "Dass Marco trotz der verspäteten Anreise in Südamerika neben dem Riesenslalom auch Abfahrt und Super-G trainieren konnte. Dadurch konnte eine gute Grundlage geschaffen werden. Gleichzeitig hatten wir mit Marco zu wenig Einheiten, um richtig spezifisch arbeiten zu können."
Die Bedingungen in Chile machten den Schweizern allerdings immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Zunächst war der Schnee zu weich, später folgten laut Nydegger einige ausgezeichnete Trainingstage, ehe die Temperaturen deutlich nach oben gingen.