Eskalation in Frankreich

Enthüllt! Wer wirklich hinter den Krawallen steckt

Nach schweren Ausschreitungen in Frankreich erklärt ein Polizeigewerkschafter, wer hinter den Krawallen steckt. Demnach seien es keine Schüler.
21.10.2026, 08:39
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Brennende Gebäude, geplünderte Geschäfte und verletzte Polizisten: Die gewaltsamen Proteste in Frankreich sorgen weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen. Besonders eine Frage beschäftigt die Sicherheitsbehörden: Wer beteiligt sich an den Ausschreitungen, die ursprünglich aus Schülerprotesten hervorgegangen sind?

Der französische Polizeigewerkschafter Hubert Gimenez zeichnet im Gespräch mit dem Radiosender "Europe 1" ein deutlich anderes Bild als jenes von Jugendlichen, die für ihre Anliegen auf die Straße gehen. Seiner Einschätzung nach spielen vor allem gewaltbereite Erwachsene eine Rolle.

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Polizeigewerkschafter nennt zwei Gruppen

Laut Gimenez befinden sich unter den gewalttätigen Teilnehmern auch "Mitglieder der extremen Linken". Dabei verweist er auf den sogenannten Schwarzen Block, der bereits bei früheren Protestbewegungen in Frankreich in Erscheinung getreten sei.

Die betreffenden Personen seien "an Konfrontationen gewöhnt", erklärt der Gewerkschafter. "Sie kommen nur, um sich mit unseren Kollegen anzulegen", sagt Gimenez über diese Gruppe.

Auch während der Gelbwesten-Proteste im Jahr 2019 war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Demonstranten und der Polizei gekommen.

Fast 90 Prozent der Festgenommenen volljährig

Nach den im Bericht angeführten Zahlen des französischen Innenministeriums sind nahezu 90 Prozent der im Zusammenhang mit den Ausschreitungen Festgenommenen bereits volljährig. Die meisten seien zwischen 18 und ungefähr 30 Jahre alt.

Gimenez unterscheidet bei den gewalttätigen Teilnehmern vor allem zwei Gruppen: linksextreme Aktivisten und junge Männer aus sozial benachteiligten Vororten französischer Großstädte, den sogenannten Banlieues.

Die Angaben beziehen sich auf Festgenommene beziehungsweise auf die Einschätzung des Polizeigewerkschafters. Sie erlauben keine pauschalen Rückschlüsse auf sämtliche Teilnehmer der Proteste oder die Bewohner dieser Stadtviertel.

Polizeigewerkschaft fordert harte Strafen

Auch Jean-Christophe Couvy, Generalsekretär der französischen Polizeigewerkschaft Unité, äußert sich besorgt über die Ausschreitungen. Der 55-Jährige verlangt im Interview mit "Europe 1" eine konsequente strafrechtliche Verfolgung.

"Wir erwarten, dass die strafrechtliche Antwort sehr streng ausfällt." Gleichzeitig zweifelt Couvy daran, dass alle Verantwortlichen tatsächlich mit entsprechenden Konsequenzen rechnen müssen.

"Wir wissen sehr genau, dass wieder einmal viele davonkommen werden und die Reaktionen sehr lasch ausfallen", kritisiert er. Zu milde Reaktionen würden aus seiner Sicht "grünes Licht für neue Gewalt geben".

Deutschland bereitet sich auf Proteste vor

Während Frankreich mit den Folgen der Ausschreitungen beschäftigt ist, richten sich die Blicke auch nach Deutschland. Dort sind laut BILD für den 31. Oktober Demonstrationen in mehreren Städten angekündigt. Die Berliner Polizei bereitet sich deshalb auf einen größeren Einsatz vor.

Polizeisprecher Florian Nath warnt davor, dass andere Gruppen die geplanten Schülerproteste für ihre eigenen Ziele nutzen könnten. "Das werden wir nicht zulassen", stellt Nath gegenüber der BILD klar.

Initiative distanziert sich von Gewalt

Hinter den angekündigten Protesten steht unter anderem die Initiative "Gen Z steht auf". Sie will nach eigenen Angaben für bessere Bildung, leistbare Lebenshaltungskosten und gegen eine Wehrpflicht demonstrieren. Die Initiative distanziert sich ausdrücklich von Gewalt.

Dennoch äußert die Gewerkschaft der Polizei Befürchtungen über mögliche Ausschreitungen. Sie spricht von einer drohenden "Großdemolage" und verweist dabei auf die Ereignisse in Frankreich sowie auf mögliche Zwischenfälle in der Halloweennacht.

Ob es bei den angekündigten Demonstrationen in Deutschland tatsächlich zu Gewalt kommt, ist offen. Die Polizei will jedenfalls verhindern, dass friedliche Proteste für Ausschreitungen missbraucht werden.

wil, 21.10.2026, 08:39