Die US-Großbank Bank of America hat sich laut Gerichtsdokumenten bereit erklärt, 72,5 Millionen Dollar (rund 63 Millionen Euro) an Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu zahlen. Grundlage ist eine Sammelklage, in der Betroffene der Bank vorwarfen, "Warnsignale ignoriert" und damit Finanztransaktionen im Zusammenhang mit Epsteins Verbrechen ermöglicht zu haben.
Die Bank weist die Vorwürfe zurück. Man sei in keiner Weise "an Epsteins Sexhandelsgeschäften beteiligt" gewesen, erklärte ein Sprecher. Der Vergleich solle jedoch helfen, "diese Angelegenheit hinter uns zu bringen, und den Klägern einen weiteren Abschluss zu ermöglichen." Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung eines Richters in New York.
Es ist nicht der erste Vergleich in diesem Zusammenhang: Bereits andere Großbanken wie JPMorgan Chase und die Deutsche Bank hatten sich mit Epstein-Opfern auf Zahlungen geeinigt – jeweils in Höhe von rund 75 Millionen Dollar.
Jeffrey Epstein soll über Jahre hinweg mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teilweise an prominente Persönlichkeiten vermittelt haben. 2008 wurde er wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt. Nach einer erneuten Festnahme im Jahr 2019 wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch wurde er im August desselben Jahres tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden.