Mitten in Paris ist ein mutmaßlicher Terroranschlag auf eine US-Bank in letzter Sekunde gestoppt worden.
Wie Ermittler berichten, wollte ein Verdächtiger in der Nacht auf Samstag einen Sprengsatz vor der Pariser Niederlassung der Bank of America im Stadtzentrum zünden. Eine Polizeipatrouille griff jedoch rechtzeitig ein und nahm den Mann fest, als er den Sprengkörper mit einem Feuerzeug aktivieren wollte. Ein mutmaßlicher Komplize konnte entkommen.
Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Aus Ermittlerkreisen heißt es, ein Zusammenhang mit iranischen Drohungen gegen israelische und US-Unternehmen in Europa im Zuge des Iran-Kriegs sei wahrscheinlich.
Der Sprengsatz war laut Behörden improvisiert: Er bestand aus einem vermutlich mit Treibstoff gefüllten Fünf-Liter-Kanister sowie einem Feuerwerkskörper als Zünder. Bei seiner Einvernahme gab der Festgenommene an, über den Onlinedienst Snapchat für die Tat angeworben worden zu sein – für eine Bezahlung von 600 Euro.
Während der Mann den Sprengsatz ablegte, hielt sich ein Begleiter in einiger Entfernung auf – offenbar, um die Tat zu filmen oder zu fotografieren.
Aus Ermittlerkreisen wird der Anschlagsversuch als "die Konkretisierung der iranischen Drohungen gegen amerikanische und israelische Interessen überall in Europa" bewertet. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sprach von einer "terroristischen Gewalttat" und betonte, dass die Sicherheitsbehörden angesichts des "internationalen Kontextes" in erhöhter Alarmbereitschaft seien.
Seit Beginn des Iran-Kriegs vor rund einem Monat haben zahlreiche europäische Staaten ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Besonders geschützt werden dabei iranische Oppositionelle sowie jüdische Einrichtungen und israelische sowie US-amerikanische Vertretungen und Unternehmen.