65 Euro müssen Anhänger von AC Milan für eine Eintrittskarte im Gästesektor beim Auswärtsspiel gegen Udinese am Sonntag hinblättern. Für viele Fans ist das deutlich zu viel. Sie planen deshalb einen Boykott der Partie beim Klub von ÖFB-Star David Alaba.
Brisant: Sogar der eigene Verein stellt sich hinter die protestierenden Anhänger. In einer Stellungnahme kritisierte Milan die hohen Ticketpreise scharf. Diese würden die mitreisenden Fans unfair belasten und die Kluft zwischen den Vereinen vergrößern.
"Italiens Fußball lebt von der Treue und Leidenschaft seiner Fans. Überhöhte Preise für Auswärtsspiele sind nicht nur unfair, sondern untergraben auch den Zusammenhalt der Liga", erklärte der Traditionsklub.
Die Mailänder fordern deshalb eine ligaweite Preisobergrenze für Gästetickets. Als Vorbild dient die englische Premier League, wo Auswärtskarten maximal rund 34,60 Euro kosten dürfen.
Sollte sich nichts ändern, droht Milan sogar mit einer Retourkutsche: Anhänger jener Vereine, die Milan-Fans überdurchschnittlich hohe Preise verrechnen, könnten künftig bei Gastspielen im San Siro ebenfalls stärker zur Kasse gebeten werden. Zusätzliche Einnahmen sollen für wohltätige Zwecke gespendet werden.
Die Debatte hat womöglich auch Implikationen auf reisende ÖFB-Fans, die Städtetrips nach Udine planen – die hohen Ticketpreise sind für viele Heimische abschreckend.
Sportlich muss Udinese gegen Milan unterdessen auf seinen österreichischen Star verzichten. David Alaba hat sich bereits bei seinem zweiten Einsatz für seinen neuen Klub verletzt.
Ausgerechnet bei seinem Heim- und Startelfdebüt gegen Lecce erwischte es den 34-Jährigen. Alaba klagte über muskuläre Probleme in der Wade und musste bereits zur Halbzeit ausgewechselt werden. Auch sportlich wurde der Abend zum Debakel: Udinese kassierte eine bittere 0:3-Niederlage.
Das Duell mit Milan kommt für den ÖFB-Star nun zu früh. Während Alaba zum Zuschauen gezwungen ist, drohen auch zahlreiche Milan-Anhänger der Partie fernzubleiben.