Erdäpfelsalat-Test: Zwei Take-Away-Produkte verdorben

Nicht alle Erdäpfelsalate aus Grazer Gaststätten und Imbisslokalen waren einwandfrei.
Nicht alle Erdäpfelsalate aus Grazer Gaststätten und Imbisslokalen waren einwandfrei.Getty Images/iStockphoto
Im Lockdown bleiben die Lokale geschlossen, Speisen dürfen nur abgeholt werden. Ein Test der AK Steiermark brachte jetzt aber Schockierendes zutage.

Erdäpfelsalat gehört ebenso zur österreichischen Küche wie das Wiener Schnitzerl. Entsprechend ist die beliebte Beilage auch in Zeiten des Lockdowns, während Restaurants geschlossen belieben und nur die Abholung sowie Lieferung von Speisen erlaubt ist, in aller Munde. Anlass genug für die Arbeiterkammer Steiermark 15 steirische Take-Away-Salate genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis überrascht und schockiert gleichermaßen. 

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Zwei Salate nicht mehr zum Verzehr geeignet 

Die Untersuchung der Erdäpfelsalate aus Grazer Gaststätten und Imbisslokalen bestand dabei aus zwei Teilen. Bei der von der Firma Hygienicum durchgeführten mikrobiellen Prüfung auf Frische und Sauberkeit bei der Zubereitung fielen zwei von 15 Salaten durch, sagt Susanne Bauer, Leiterin der AK-Marktforschung: "Die Erdäpfelsalate von Mampf und Lendplatzl entsprachen nicht den lebensmittelhygienisch-mikrobiellen Anforderungen." Sie waren für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet, warnt die AK-Marktforschung.

Als Bewertungsskala wurden die Richt- und Warnwerte der deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie für Feinkostsalate herangezogen. Die Richtwerte bei fünf weiteren Salaten wurden überschritten, diese waren nicht zu beanstanden, haben aber Verbesserungspotential. Acht Salate waren einwandfrei.

Laienverkostung brachte Überraschung

Außerdem haben 60 Laientester am TU-Institut für Analytische Chemie und Lebensmittelchemie den Geruch, Geschmack und die Textur der 15 Proben bewertet. Grundsätzlich zeigte sich dabei, dass Produkte, die in Geruch und Geschmack gut bewertet wurden, auch guten Anklang, im Sinne von "es schmeckt mir" fanden. Auch "weicher gekochte" Kartoffeln wurden besser bewertet.

Die Blindverkostung förderte aber auch eine Überraschung zu Tage: "Ein Verderb war nicht immer eindeutig durch die Laienverkoster erkennbar, die Würzung spielt hier eine wesentliche Rolle und führte so auch zu einer erstaunlich guten Bewertung", so Bauer. Die Marktforscherin betont deshalb die Bedeutung der Kontrolle durch die Lebensmittelaufsicht und fordert eine engmaschigere Überwachung mit einer Probenziehung in der Küche ein.

Selbst gemacht mit regionalen Erdäpfeln

Acht der 15 Salaten waren laut den Eigenangabe der Unternehmen selbst zubereitet. Viele kaufen dafür regionale Erdäpfel. Für die Würzung wurden vor allem Senf, Rindsuppe, Essig, Salz, Pfeffer und Zwiebeln und speziell auch Kurkuma oder Kräuter genommen.

Die Auswahl der Unternehmen in Graz für diesen Test erfolgte laut den AK-Konsumentenschützern zufällig. Insbesondere wurde bei der Auswahl des Angebotes auf die Art der Konsumation geachtet: Onlinebestellung mit Lieferdienst, Buffet mit Selbstentnahme und Automaten. Die Preise für eine "Kleine Portion" waren durchaus unterschiedlich und reichten von 1,79 bis 4,80 Euro.

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