Wie berichtet, sind mehrere Häuser der sizilianischen Stadt Niscemi bereits gefährlich nahe an die steile Abbruchkante gerückt. Die Gefahr ist noch längst nicht vorbei. Laut Behörden ist der Erdrutsch weiterhin aktiv. 1.500 Personen mussten evakuiert werden.
Der Chef des nationalen Zivilschutzministeriums, Fabio Ciciliano, sagt: "Der Erdrutsch ist noch aktiv, der gesamte Hügel stürzt in die Gela-Ebene." Ein erstes Gutachten von Experten bestätigt diese Einschätzung. Häuser am Rand des Erdrutsches werden nicht mehr bewohnbar sein.
Der Zivilschutz rechnet damit, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen. Für die Betroffenen gibt es finanzielle Unterstützung: Jede Familie bekommt 400 Euro pro Monat, dazu kommen 100 Euro für jedes Familienmitglied.
Der Höchstbetrag liegt bei 900 Euro im Monat pro Haushalt. Diese Hilfe soll für ein Jahr ausbezahlt werden.
Der Ortspfarrer Don Giuseppe Cafà schildert im Gespräch mit dem "Corriere della Sera" die Lage eindrucksvoll: "Die Geologen, die diesen Erdrutsch untersuchen, sagen, dass es in ganz Europa nichts Vergleichbares gibt."
Der Erdrutsch zieht sich über vier Kilometer und ist stellenweise bis zu 50 Meter tief. "Es ist eine Kluft entstanden", so der Pfarrer, "im wahrsten Sinne des Wortes."