Nur wenige Tage nach mehreren Drohnenabstürzen sorgt ein neuer Vorfall in Finnland für Aufregung. Erneut wurde ein unbemanntes Flugobjekt entdeckt – diesmal auf einem zugefrorenen See nahe der russischen Grenze.
Laut finnischem Rundfunk lag die Drohne auf dem Pyhäjärvi-See in Parikkala im Osten des Landes. Der Grenzschutz reagierte umgehend und sperrte das Gebiet großräumig ab.
Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser während der Ermittlungen vorsorglich zu verlassen. Verletzte gab es nach bisherigen Informationen nicht. Finnland grenzt im Osten über rund 1.340 Kilometer an Russland.
Unklar ist weiterhin, woher das Fluggerät stammt und um welche Art von Drohne es sich handelt. Ein Sprecher der finnischen Polizei erklärte später lediglich, dass es sich nicht um eine Drohne aus Finnland handle.
Bereits am Wochenende waren im Südosten Finnlands mehrere ukrainische Drohnen abgestürzt. Ministerpräsident Petteri Orpo sprach damals von einer ernsten Luftraumverletzung. Die Ukraine entschuldigte sich für den Vorfall.
Als wahrscheinlichste Ursache gilt, dass die Drohnen durch elektronische Störsignale der russischen Flugabwehr vom Kurs abgebracht wurden.
Nicht nur Finnland ist betroffen: Im Südosten Estlands wurden ebenfalls Trümmerteile einer Drohne entdeckt. Die Polizei sperrte den Fundort ab und untersucht die Teile. Bilder in estnischen Medien zeigen unter anderem einen Propeller und kleinere Fragmente auf einem Feld. Auch mögliche weitere Fundstellen werden geprüft, teilten die Behörden mit.
Hintergrund der Vorfälle dürften Angriffe der Ukraine auf russische Ziele sein. So wurde zuletzt der Öl- und Gashafen Ust-Luga nahe St. Petersburg attackiert. Laut estnischem Militär drangen dabei mehrere Drohnen auch in den Luftraum des baltischen Staates ein.
Die Flugobjekte wurden sowohl von Radarsystemen als auch von in Estland stationierten Nato-Kampfjets erfasst. Die genaue Herkunft und Ursache der Drohnenbewegungen ist jedoch weiterhin unklar.