Blutige Spuren auf der Weide und sechs tote Tiere, die im Gras verstreut liegen – ein ganzes Dorf ist in Alarmbereitschaft: In Furth an der Triesting (Bezirk Baden, NÖ) sorgt eine rätselhafte Attacke auf Schafe für große Unruhe.
Was genau am 14. März passiert ist, beschäftigt seither Behörden, Bauern und Jäger gleichermaßen. Sicher ist: Sechs Tiere – vier erwachsene Schafe und zwei Lämmer – wurden getötet. Doch wer oder was dahintersteckt, ist noch völlig offen.
Wie die "NÖN" berichtet, wurde ein möglicher Wolf in der Gemeinde rasch zum Gesprächsthema in Furth.
Die Behörden reagierten umgehend. Bezirkshauptmann Christian Pehofer (VP) von Baden erklärt gegenüber den "Niederösterreichischen Nachrichten": "Im Anlassfall wurde der Amtstierarzt beigezogen und die Firma Saria Tierkörperverwertung verständigt, die die betroffenen Schafe zur weiteren Untersuchung abgeholt hat."
Nach der ersten Untersuchung stand jedoch fest: Ein Wolf als Täter ist nicht bewiesen. "Im konkreten Fall konnte anhand des Rissbildes ein Wolf als Verursacher nicht eindeutig verifiziert werden", so Pehofer.
Damit bleibt das Rätsel bestehen. Neben einem Wolf kommen auch andere Tiere infrage – etwa wildernde Hunde oder sogar ein Goldschakal, der in der Region bereits heimisch ist.
Jetzt soll moderne Technik Klarheit bringen: Von allen Tieren wurden DNA-Proben genommen und zur Analyse eingeschickt. "Erst auf Basis der DNA-Untersuchung kann zweifelsfrei festgestellt werden, welches Tier den Riss verursacht hat", betont Pehofer.
Die Auswertung kann bis zu zwei Wochen dauern. Jagdverbandsprecher Michael Oberbichler erklärt: "Dann wissen wir, ob es sich um einen Hund oder einen Wolf handelt." Und weiter: "Bis nicht die Identität des Tieres geklärt ist, ergibt sich für die Jäger daraus keine Ableitung."
Und während in Furth noch gerätselt wird, sorgt ein weiterer Vorfall für neue Brisanz: Auf der A1 könnte ebenfalls ein Wolf beteiligt gewesen sein.
Diese Woche wurde am Montagabend im Raum St. Pölten ein großes Tier von einem Auto erfasst und getötet. "Das Tier hatte gegen 23.15 Uhr die Richtungsfahrbahn Salzburg überquert und wurde vom Fahrzeug erfasst", bestätigte Polizeisprecher Johann Baumschlager gegenüber "ORF NÖ". Der Autofahrer soll noch vor Mitternacht selbst den Notruf verständigt und Beamte über den Wildunfall informiert haben. Menschen wurden nicht verletzt, am Auto entstand jedoch Sachschaden.
Noch ist unklar, um welches Tier es sich auf der Autobahn gehandelt hat. Der Kadaver wird derzeit untersucht, auch Experten der Veterinärmedizinischen Universität Wien sollen eingeschaltet werden. Ergebnisse werden in etwa zwei Wochen erwartet.