Heftiger Wirbel bei der SPÖ in Kärnten! Wenige Monate vor den Gemeinderatswahlen 2027 sorgt der nächste Rückzug einer langjährigen Funktionärin für Unruhe.
In Velden am Wörthersee will Birgit Fischer (56) nicht mehr für die Sozialdemokraten kandidieren.
Dabei erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die eigene Parteiführung – von persönlicher Ausgrenzung bis zum Ausschluss aus internen WhatsApp-Gruppen ist die Rede.
Bereits in Spittal hatte die SPÖ zuletzt drei Abgänge zu verzeichnen. Auch in Velden hatte Gerd Kurath seinen Rückzug angekündigt. Nun folgt mit Fischer eine weitere erfahrene Gemeindepolitikerin.
Wie die "Krone" berichtet, hat Fischer entschieden, bei der Gemeinderatswahl im Februar 2027 nicht mehr auf der Liste der SPÖ anzutreten.
Die 56-Jährige war von 2003 bis 2021 unter anderem im Gemeindevorstand und als Vizebürgermeisterin tätig. Auch als Gemeindeparteivorsitzende prägte sie über Jahre die politische Arbeit in Velden.
Ihr politisches Handwerk habe sie vom früheren Bürgermeister Ferdinand Vouk gelernt. Damals seien auch heftige Diskussionen möglich gewesen, ohne dass der gegenseitige Respekt verloren gegangen sei.
Seit ihrer Rückkehr in den Gemeinderat Anfang 2026 vermisse sie diese Kultur jedoch. "Kritische Fragen und abweichende Meinungen werden nicht als Bereicherung, sondern als Angriff verstanden. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht."
Ihr Versuch, politische Entscheidungen breiter zu diskutieren, habe schließlich zu "persönlichen Erniedrigungen und Ausgrenzung" geführt.
Besonders schwer wiegt Fischers Vorwurf, von wichtigen parteiinternen Informationen ausgeschlossen worden zu sein. Nach eigenen Angaben wurde sie sogar aus WhatsApp-Gruppen entfernt.
"Es wurden sogar Fake News verbreitet, ich hätte sämtliche Funktionen zurückgelegt", kritisiert die Politikerin. Fischer sieht einen grundlegenden Wandel innerhalb der Veldener Sozialdemokratie. Statt unterschiedlicher Meinungen bestimme inzwischen ein kleiner Kreis die politische Richtung.
Auch eine vereinbarte Bürgerbefragung zu wichtigen Zukunftsfragen sei ihrer Darstellung zufolge blockiert oder ignoriert worden. Für sie ist deshalb klar: Eine weitere Kandidatur kommt unter den derzeitigen Bedingungen nicht infrage.
Die Veldener SPÖ-Spitze weist die Kritik allerdings zurück. Bürgermeisterin Margit Heissenberger zeigt sich über den Rückzug überrascht, betrachtet personelle Veränderungen vor einer Wahl aber als normalen Vorgang.
"Aktuell werden die Listen für die kommende Wahl neu aufgestellt. Wer dabei sein will, bleibt dabei. Wer nicht mehr will, der geht." Die Vorwürfe Fischers könne sie nicht nachvollziehen. "Auch das sind persönliche Empfindlichkeiten", erklärt Heissenberger.
Ortsparteivorsitzender Markus Fantur verweist zudem darauf, dass Fischer bereits am 2. Juni schriftlich erklärt habe, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Der SPÖ-Funktionär will die Ortspartei verjüngen und hält es für möglich, dass dies bei der Entscheidung eine Rolle gespielt habe.
Fischer wiederum weist die Aussagen der Parteispitze zurück. Diese würden aus ihrer Sicht nicht die ganze Wahrheit wiedergeben. Trotz des Konflikts will die langjährige Funktionärin ihrer politischen Grundhaltung treu bleiben.
"Meine sozialdemokratische Überzeugung hat sich dadurch nicht verändert." Einer offenen, vielfältigen und selbstkritischen SPÖ würde sie auch künftig zur Verfügung stehen, betont Fischer.
Damit bleibt der Konflikt in Velden vorerst ungelöst. Für die Kärntner Sozialdemokraten kommt die öffentliche Auseinandersetzung jedenfalls zu einem heiklen Zeitpunkt: Bereits im Februar 2027 stehen die nächsten Gemeinderatswahlen an.