Um die überfüllten Gefängnisse zu entlasten, hat Schweden jetzt die ersten Häftlinge nach Estland geschickt. Wie die estnische Strafvollzugsbehörde am Dienstag bekanntgab, landete ein Charterflugzeug mit vier Insassen am Luftwaffenstützpunkt Ämari.
Die Überstellung der Straftäter ins Gefängnis der Stadt Tartu und ihre Einlieferung sind laut Behörde ohne Probleme verlaufen. Ein Abkommen, das 2025 zwischen den beiden Ländern geschlossen wurde, sieht vor, dass bis zu 600 Gefängnisinsassen aus Schweden in Estland untergebracht werden können. Für jeden Haftplatz zahlt Schweden eine Miete.
Bevor jemand verlegt wird, prüfen beide Länder die betroffenen Häftlinge. Estland muss dann jeden einzelnen Fall extra genehmigen.
Mitglieder von organisierten kriminellen Gruppen, verurteilte Terroristen, radikalisierte Häftlinge, Frauen und minderjährige Straftäter dürfen grundsätzlich nicht überstellt werden.
Schweden kämpft schon seit mehr als zehn Jahren mit immer mehr Gewalt, die mit der organisierten Kriminalität zusammenhängt. Hauptgrund dafür sind Konflikte zwischen rivalisierenden Banden und Kämpfe um die Kontrolle über den Drogenmarkt.
Estland will nach eigenen Angaben bis Ende September bis zu 100 schwedische Häftlinge aufnehmen und bis Jahresende bis zu 200.