Wasserstoff statt Sprit

Erstes Wasserstoff-Offroader der Welt aus Österreich

Wasserstoff statt Benzin: Ein neues Spezialfahrzeug aus Österreich soll zeigen, wie emissionsfreie Offroad-Mobilität aussehen könnte.
Digital  Heute
29.05.2026, 22:50
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In Oberösterreich arbeitet ein Unternehmen an einer Technik, die den Einsatz von Wasserstoff im Fahrzeugbereich vorantreiben soll. Der Motoren- und Antriebsspezialist BRP-Rotax aus Gunskirchen hat jetzt ein besonderes Projekt vorgestellt: Laut Unternehmen wurde erstmals weltweit ein straßenzugelassenes Side-by-Side-Vehicle mit einem modularen Brennstoffzellen-Antrieb ausgestattet. Bei sogenannten Side-by-Side-Fahrzeugen handelt es sich um kompakte Geländefahrzeuge mit zwei nebeneinanderliegenden Sitzen.

Sie werden etwa in der Landwirtschaft, im Tourismus, bei kommunalen Arbeiten oder auf schwierigem Gelände genutzt. Genau dort sehen Entwickler großes Potenzial für alternative Antriebe. Vor allem in sensiblen Naturgebieten oder in Bereichen mit strengen Umweltauflagen geraten klassische Verbrenner zunehmend unter Druck. Das Projekt trägt den Namen "HyFleet" und wurde mit Unterstützung des Klima- und Energiefonds sowie der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft umgesetzt.

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Der Prototyp wurde laut BRP-Rotax im Jahr 2025 sowohl im Sommer als auch im Winter unter realen Bedingungen getestet. Die Fahrten fanden auf Straßen ebenso wie im Gelände statt. Nach Angaben des Unternehmens schafft das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Auffällig ist die kurze Betankungszeit. Das Nachfüllen des Wasserstoffs soll weniger als fünf Minuten dauern. Genau dieser Punkt gilt seit Jahren als einer der größten Vorteile von Wasserstoff-Systemen gegenüber vielen batterieelektrischen Fahrzeugen.

Im Zentrum stand das Zusammenspiel der Technik. Es mussten Brennstoffzelle, Elektromotor, Wasserstofftank, Steuerung und Infrastruktur für die Betankung abgestimmt werden. Stefan Arndt, General Manager BRP-Rotax und Vice President Research & Development Powertrain, erklärte dazu: "HyFleet zeigt, dass wir in der Lage sind, komplexe Antriebstechnologien ganzheitlich zu entwickeln und in ein funktionierendes Gesamtsystem zu überführen, von der ersten Konzeptidee bis zur validierten Anwendung unter realen Bedingungen."

Neben Wasserstoff sollen weiterhin auch elektrische, hybride und klassische Verbrennungssysteme entwickelt werden.
BRP-Rotax

"Technologieoffener Ansatz"

BRP-Rotax sieht mögliche Einsatzgebiete vor allem dort, wo Fahrzeuge lange Strecken zurücklegen müssen und gleichzeitig möglichst emissionsfrei unterwegs sein sollen. Genannt werden kommunale Dienste, die Land- und Forstwirtschaft, industrielle Spezialanwendungen sowie touristische Bereiche. Gerade in Regionen mit hoher Umweltbelastung könnten leisere und abgasfreie Fahrzeuge künftig stärker gefragt sein. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben einen "technologieoffenen Ansatz".

Das bedeutet, dass nicht nur auf eine Antriebsart gesetzt wird. Neben Wasserstoff sollen auch elektrische, hybride und klassische Verbrennungssysteme entwickelt werden. Laut BRP-Rotax hänge die beste Lösung stark vom Einsatzbereich ab. "Die Mobilität der Zukunft wird nicht durch eine einzelne Technologie bestimmt, sondern durch den konkreten Anwendungsfall", sagte Arndt. "Genau deshalb verfolgen wir einen konsequent technologieoffenen Ansatz – von elektrischen über wasserstoffbasierte bis hin zu hybriden Antriebslösungen."

Wichtig sei die Zusammenarbeit mit Partnern und Herstellern, die selbst keine eigenen Entwicklungsabteilungen für solche Technologien aufgebaut haben. Auch kleinere Serien oder Spezialfahrzeuge könnten dadurch leichter umgesetzt werden. Im Rahmen des Projekts entstand eine modulare Brennstoffzellenplattform mit 90 Kilowatt Leistung. Laut Unternehmen soll diese nicht nur in Geländefahrzeugen eingesetzt werden können. Denkbar seien auch Anwendungen in der Bauwirtschaft, in der Landwirtschaft oder sogar im maritimen Bereich.

Der Abschluss des Projekts wird von BRP-Rotax auch als Beispiel dafür gesehen, welche Rolle staatliche Förderprogramme bei neuen Technologien spielen können. Ohne finanzielle Unterstützung seien viele Entwicklungen im Bereich alternativer Antriebe schwer umzusetzen, weil Forschung, Tests und praktische Erprobung hohe Kosten verursachen. Entwickelt wurde das System unter anderem im Kompetenzzentrum des Unternehmens in Gunskirchen. Weitere Standorte befinden sich in Kottingbrunn in Niederösterreich sowie in Taiwan.

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.05.2026, 22:50
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