Wadsak schlägt Alarm:

"Es fehlen nur noch 4cm auf den katastrophalen Zustand"

Der Wasserstand des Neusiedler Sees liegt nach dem trockenen Sommer nur noch vier Zentimeter über dem Tiefstwert aus dem Jahr 2022.
Newsdesk Heute
01.10.2026, 09:06
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Dem Neusiedler See fehlt weiter Wasser. Nach einem niederschlagsarmen Sommer ist der Pegel inzwischen beinahe auf jenem Niveau angekommen, das 2022 für einen Tiefststand sorgte.

Am Mittwoch lag der Wasserstand bei 114,93 Metern über der Adria. Damit fehlen nur noch vier Zentimeter bis zum Tiefstwert aus dem Jahr 2022. "Die anhaltende Trockenheit macht sich in ganz Österreich bemerkbar. Der Bodensee hat bereits im Sommer einen historischen Tiefststand erreicht, dem Neusiedler See fehlen nur noch 4cm auf den katastrophalen Zustand von 2022", schreibt Marcus Wadsak auf Facebook.

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Hoffnung liegt auf dem Winter

Für die kommenden Monate werden Niederschläge damit besonders wichtig. Christian Sailer, Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft im Amt der burgenländischen Landesregierung, setzt auf Regen und Schnee im Winter. Diese wären auch für die Neubildung des Grundwassers in der Region entscheidend.

Zuletzt sorgte die Windverfrachtung des Wassers für Einschränkungen beim Fährverkehr, etwa in Breitenbrunn. Sailer verweist allerdings darauf, dass die Wassersportsaison am See ohnehin bereits vorbei sei.

Trotz der sehr milden Temperaturen im Herbst verdunstet derzeit weniger Wasser als an heißen Sommertagen. Grund dafür ist die starke Abkühlung während der Nacht.

Entwicklung ähnlich wie 2022

Sailer geht davon aus, dass sich der Wasserstand ungefähr auf dem Niveau von 2022 einpendeln wird. Die derzeitige Entwicklung verlaufe parallel zu damals.

Nach dem seit 1965 gemessenen Tiefststand erholte sich der Neusiedler See erst im darauffolgenden Frühjahr 2023. Neben dem See selbst wären ausreichende Niederschläge auch für die Grundwasserneubildung wichtig.

Bei der angedachten Zuleitung von Donauwasser in den Neusiedler See laufen weiterhin Gespräche. Das Büro von Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) verweist dabei auf eine 2024 unterzeichnete Grundsatzvereinbarung zwischen Niederösterreich, dem Burgenland und dem Bund zur Sicherung der Wasserressourcen in der Ostregion. Die Gespräche finden derzeit auf Expertenebene statt.

Wasserstand Neusiedler See
APA-Images / APA-Grafik

Zugvögel noch nicht in Gefahr

Für den aktuellen Herbstvogelzug sieht Nationalpark-Direktor Johannes Ehrenfeldner noch keinen Grund zur Sorge. Die für Zugvögel interessanten Sodalacken seien im Herbst ohnehin meistens trocken.

Problematisch könnte es allerdings werden, wenn auch im Winter die Niederschläge ausbleiben und sich die Lacken nicht wieder füllen. Das war laut Ehrenfeldner etwa 2022 und 2023 der Fall. Dann würden die Zugvögel weiterfliegen und auch die Brut ausbleiben.

Vor rund zwei Wochen machten bereits die ersten Kraniche der Saison im Seewinkel Halt. Mitte Oktober wird mit dem großen Kranichzug gerechnet.

red,Akt. 01.10.2026, 09:11, 01.10.2026, 09:06