Der estnische Hersteller Ampler Bikes galt lange als Erfolgsgeschichte in der europäischen E-Bike-Branche. Nun steht das Unternehmen vor dem Aus und hat Insolvenz angemeldet.
Ausschlaggebend für die finanzielle Schieflage war offenbar ein Mietvertrag aus dem Jahr 2021 für einen Showroom in Berlin. Dieser Vertrag lief über zehn Jahre und erwies sich rückblickend als zu ehrgeizig – ein vorzeitiger Ausstieg war nicht möglich.
Wie "nordisch.info" unter Berufung auf den estnischen Rundfunk ERR berichtet, forderte der Vermieter im Falle einer vorzeitigen Vertragsauflösung eine Strafzahlung von 1,2 Millionen Euro. Dies erschwerte es Ampler, neue Investoren zu finden.
Der Insolvenzantrag wurde beim Bezirksgericht Harju in Estland eingereicht. Laut estnischen Medienberichten sollen im Zuge des Verfahrens alle 50 Mitarbeiter entlassen werden. Weitere Details zu möglichen Investoren oder zur Höhe der Verbindlichkeiten sind bisher nicht bekannt.
Auch die deutsche Tochtergesellschaft hat bereits Insolvenz angemeldet. Für die Schweizer Tochter wird ein ähnlicher Schritt in den kommenden Tagen erwartet.
Noch im März konnte Ampler den German Design Award in der Kategorie "Excellent Product Design – Bicycles and E-Bikes" gewinnen.
Gegründet wurde das Unternehmen 2016 und setzte auf minimalistische E-Bikes im Direktvertrieb mit eigenen Showrooms in Europa. Ampler galt lange als eines der bekanntesten Start-ups der estnischen Fahrradbranche.