Nach jahrelangen Verhandlungen hat sich die EU endlich im Streit um die Rechte von Flugpassagieren geeinigt. Die bisher vorgesehenen Entschädigungszahlungen bei verspäteten Flügen bleiben, wie ein hochrangiger EU-Diplomat am Freitag sagte. Am Ende gibt es nur kleinere Änderungen – zum Beispiel müssen Fluglinien die Preise künftig standardmäßig "inklusive Handgepäck" anzeigen.
Du kannst also weiterhin entscheiden, ob du kostenpflichtiges Handgepäck dazubuchen willst. Der Preis dafür muss aber klarer und transparenter dargestellt werden.
Außerdem müssen die Fluglinien in Zukunft besser informieren, wie du zu deiner Entschädigung kommst. Die EU will damit erreichen, dass mehr Leute ihr Recht auch wirklich einfordern. Die neue Regelung mache Entschädigungen "für alle einfacher und effizienter", betonte der deutsche Europaabgeordnete Jan-Christoph Oetjen (FDP). Das EU-Parlament habe "erfolgreich Flugpassagierrechte verteidigt", so Oetjen weiter.
Fluglinien dürfen außerdem Eltern keine Gebühren mehr dafür verrechnen, dass sie neben ihren Kindern sitzen. Namensfehler auf Tickets können in Zukunft gratis ausgebessert werden.
Bei der Reform, die ursprünglich aus dem Jahr 2013 stammt, geht es um Entschädigungen, die dir ab einer Verspätung von drei Stunden zustehen. Je nach Flugstrecke müssen die Fluglinien eine Pauschale von 250, 400 oder 600 Euro zahlen. Viele EU-Länder wollten auf Wunsch der Fluglinien diese Ansprüche senken, mussten aber auf Druck des Europaparlaments zurückrudern.
Abgeordnete des Europaparlaments haben sich auch für neue Regeln beim Handgepäck starkgemacht. Sie wollten erreichen, dass du einen kleinen Koffer gratis mit an Bord nehmen kannst, konnten sich damit aber nicht durchsetzen.
Die Reform muss am Montag noch vom EU-Parlament und den Mitgliedstaaten abgesegnet werden, das gilt aber als reine Formsache. Nach Inkrafttreten haben die Fluglinien dann zwölf Monate Zeit, um die neuen Regeln umzusetzen.