Tierische EU-Versprechen

Werden männliche Küken bald nicht mehr geschreddert?

Die EU-Kommission kündigt neue Tierschutzgesetze an, darunter das Ende der Käfighaltung und Tötung männlicher Küken.
Heute Tierisch
08.07.2026, 13:05
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Die Europäische Kommission hat am 7. Juli ihre Nutztierstrategie präsentiert und darin ihre Vorstellungen für die Zukunft der Tierhaltung in Europa festgelegt. Ein zentrales Ziel: Es soll einen Gesetzesvorschlag geben, der den schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung sowie ein Ende der Tötung männlicher Küken vorsieht.

Die internationale Tierschutzorganisation Animal Equality begrüßt, dass der Tierschutz wieder auf der EU-Agenda steht. Die Organisation mahnt aber, dass Versprechen alleine nicht reichen – es brauche jetzt rasche und konsequente Gesetze. Bereits 2021 hatte die Kommission einen Ausstieg aus der Käfighaltung angekündigt, nachdem 1,4 Millionen Menschen die Bürgerinitiative "End the Cage Age" unterstützt hatten.

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Der dazugehörige Gesetzesvorschlag hätte 2023 kommen sollen, ist aber bis heute nicht vorgelegt worden. Wegen dieser Verzögerung wurde die Kommission sogar beim Europäischen Gerichtshof angezeigt – das Urteil steht noch aus.

„Die Veröffentlichung der Nutztierstrategie ist ein wichtiges Signal. Jetzt kommt es darauf an, dass die Kommission konsequente Gesetzesvorschläge ohne Verzögerungen vorlegt – damit Käfighaltung und die Tötung männlicher Küken endlich der Vergangenheit angehören.“
Vanessa RaithDirektorin, Animal Equality Deutschland

Laut Strategie soll es 2026 eine Überarbeitung der Tierschutzregeln für Legehennen und Masthühner geben. Im Fokus stehen dabei: der schrittweise Abschied von Käfigen, neue Tierschutzindikatoren zur Messung des Tierwohls in den Betrieben, Maßnahmen gegen das systematische Töten männlicher Küken durch neue Techniken zur Geschlechtsbestimmung im Ei und gleichwertige Tierschutzstandards für importierte Produkte.

Schweine, Eier und Export von Schlachttieren

Ein eigener Vorschlag für den Schutz von Schweinen ist für 2027 angekündigt. Hier geht es um den Umstieg von Kastenständen auf Laufställe, neue Tierschutzindikatoren und gleiche Standards für Importe. Auch die Kennzeichnungsvorschriften für Eier sollen überarbeitet werden, damit du als Konsument weißt, dass das Töten männlicher Küken beendet wird. Zusätzlich sind Änderungen beim Transport und Export von sogenannten Schlachttieren geplant.

Animal Equality wurde 2006 in Spanien gegründet und setzt sich weltweit dafür ein, dass Tiere respektiert und vor Ausbeutung geschützt werden. Neben Aufklärungsarbeit und Kampagnen unterstützt Animal Equality Menschen auch bei der Umstellung auf pflanzliche Ernährung und bietet unter anderem kostenlose Kochbücher an. Ziel der Organisation ist es, das Leid von Nutztieren zu beenden und rechtliche Verbesserungen für Tiere zu erreichen.

Wir warten schon seit fünf Jahren!

Bereits seit fünf Jahren wartet man auf das Käfigverbot. Immer wieder hat die EU-Kommission den versprochenen Gesetzesvorschlag hinausgeschoben. Der Druck aus der Zivilgesellschaft – auch aus Österreich – ist dadurch weiter gestiegen. Animal Equality hat in den letzten Monaten mit Aktionen, offenen Briefen und Protesten in Brüssel auf das Thema aufmerksam gemacht und sich direkt an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewandt.

Schon über die private Hühnerhaltung nachgedacht? Dann sind folgende Schritte notwendig:

Die Strategie kommt kurz nach dem Start des irischen Ratsvorsitzes in der EU. Irland hat den Tierschutz zu einem Schwerpunkt gemacht, wie im Arbeitsprogramm der Ratspräsidentschaft steht. Am 13. Juli wird die Nutztierstrategie erstmals von den Landwirtschaftsministern im EU-Rat besprochen.

Jetzt beginnt die entscheidende Phase: Ob die angekündigten Pläne tatsächlich Verbesserungen für die Tiere bringen, hängt von den kommenden Gesetzesvorschlägen ab, betont Animal Equality. Die Organisation fordert von der Kommission, dass die neuen Gesetze einen klaren Zeitplan für das Ende der Käfighaltung enthalten, die Tötung männlicher Küken wirklich beenden, keine Schlupflöcher oder Ausnahmen zulassen, sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und in Kürze spürbare Verbesserungen für Millionen Tiere bringen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.07.2026, 13:05
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