Die Justizanstalt Wien-Josefstadt – auch "Graues Haus" genannt – ist mit fast 1.200 Insassen bei rund 800 Plätzen zwar massiv überbelegt und gilt gemeinhin als eher nicht als Wohlfühloase. Dennoch tat ein 38-jähriger Österreicher alles, um möglichst schnell dort wieder einzusitzen.
Mit 2,3 Promille schlug er am 10. September in Wien-Ottakring mit seiner Wodkaflasche eine Autoscheibe ein. Doch statt etwas zu stehlen, sackte er wimmernd vor dem Fahrzeug auf den Boden und bat eine Passantin. "Bitte ruf die Polizei. Ich will wieder zurück in den Häf‘n." Die mit Blaulicht herbeigeeilten Beamten wurden beinahe höflich von Betrunkenen gefragt, ob sie ihn mitnehmen könnten – gesagt, getan.
Vor Gericht sorgte der alles andere als arglose Arbeitslose erneut für Verwunderung: Denn plötzlich wollte er von seinem sehnlichsten Wunsch nichts mehr wissen: "Jetzt will ich wieder raus." Eigentlich habe der "leider" bereits zehnfach einschlägig Vorbestrafte nach seinem letzten "Urlaub" hinter Gittern vorgehabt, sein Leben in den Griff zu bekommen.
"Nur hab ich’s wieder verschissen“, stellte der Mandant von Ina-Christin Stiglitz reumütig fest und bat endlich um eine Therapie. "Nüchtern hab ich noch nie was gemacht."
Der Richter sprach von "einem Dilemma", das er nun habe, aber versprach: "Sie bekommen ein paar Monate Zeit, sich das für nach der Haft zu organisieren." Dann brummte er dem reuigen Häfn-Heimkehrer acht Monate unbedingte Haft wegen Sachbeschädigung auf, sprach ihn aber vom versuchten Diebstahl frei – rechtskräftig.