Enorme Brandgefahr

Experten fordern bis zu 50 Euro Pfand auf Batterien

Immer mehr falsch entsorgte Lithium-Akkus lösen Brände aus. Mit einem Pfand-System wollen Experten die Rückgabe attraktiver machen, Schäden vermeiden.
Team Wirtschaft
22.07.2026, 15:22
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Handy, Akkuschrauber, E-Bike oder E-Zigarette - immer mehr Geräte enthalten Lithium-Batterien. Doch viele der Akkus landen nach wie vor im Restmüll. Die Folgen werden für die Abfallwirtschaft zunehmend dramatisch: Die Menge falsch entsorgter Lithium-Batterien hat sich innerhalb von zehn Jahren vervierfacht, gleichzeitig steigen Brände in Entsorgungsbetrieben auf neue Höchstwerte.

Wie gefährlich das werden kann, zeigte erst Anfang Juli ein Großbrand in einem Wiener Entsorgungsbetrieb. Auslöser war nach Angaben der Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe (VÖA) eine Lithium-Ionen-Batterie. "Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien sind ein Sicherheitsproblem für die Gesellschaft geworden", warnt VÖA-Geschäftsführer Ferdinand Koch.

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50 Cent bis 50 Euro retour

Die Entwicklung hängt auch damit zusammen, dass Lithium-Akkus heute in immer mehr Produkten stecken. Während vor fünf Jahren erst rund ein Drittel aller batteriebetriebenen Geräte mit dieser Technik ausgestattet war, ist es mittlerweile bereits mehr als die Hälfte. Trotzdem werden derzeit lediglich 13 Prozent der Lithium-Batterien getrennt gesammelt. "Die Batterien müssen an den richtigen Stellen abgegeben werden - im Handel und bei den Sammelstellen der österreichischen Kommunen", betont VÖA-Vizepräsident Rainer Kronberger.

Um die Rückgabequote zu steigern, bringen die Abfallexperten ein Cashback-System ins Spiel. Wer eine Lithium-Batterie zurückbringt, soll – je nach Größe – 50 Cent bis 50 Euro zurückerhalten. Das Geld wäre bereits beim Kauf hinterlegt und würde bei der Rückgabe ausbezahlt werden. Eine Studie im Auftrag der VÖA Studie zum Schluss, dass damit die von der EU angestrebte Sammelquote nicht nur erreicht, sondern übertroffen werden könnte.

Cashback-System könnte Mega-Schäden verhindern

Der Nutzen wäre enorm: Laut der Analyse könnten innerhalb von fünf Jahren Brandschäden in Haushalten und Unternehmen von insgesamt 480 Millionen Euro verhindert werden. Gleichzeitig würden wertvolle Rohstoffe wie Lithium und Kupfer durch Recycling in Europa bleiben. "Österreich hat die einmalige Chance, Vorreiter in Europa zu sein", sagt Kronberger. "Die Abfallwirtschaft brennt ja nicht nur in Österreich, sondern auch in allen anderen Ländern, in denen Recycling stattfindet."

Im Umweltministerium beschäftigt man sich bereits mit dem Thema. Umweltminister Norbert Totschnig hat dazu jüngst schon zum zweiten Mal einen Runden Tisch mit Experten einberufen und eine eigene Taskforce gestartet. "Wir haben schon viel gemacht. Aber es ist noch nicht genug, wir müssen kontinuierlich weiterarbeiten", so der Minister.

Erste Maßnahmen wurden bereits beschlossen

Bereits beschlossen wurden erste Maßnahmen: Einweg-E-Zigaretten, die ja fest verbaute Lithium-Batterien enthalten, werden ab 1. Jänner 2027 verboten. Außerdem müssen künftig schon Verkaufsstellen mit mehr als 25 Quadratmetern Verkaufsfläche auch kleinste Elektroaltgeräte zurücknehmen – etwa Mehrweg-E-Zigaretten mit Akku. Laut Koch ist das "ein wichtiger Schritt zur Verdichtung der Rücknahmestellen im Handel".

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