Nichts für schwache Nerven! Nahezu 200 tote kleine Beutegreifer wurden von zahlreichen Jägern auf dem Asphalt ausgebreitet und zur Schau gestellt. Die Beteiligten haben sich für diese Aktion auch noch selbst gefeiert, was vor allem Tierschützer traurig und fassungslos die Köpfe schütteln lässt.
Die Tiere wurden mit Scheibtruhen angekarrt und auf den Boden geworfen, während von der Jägerschaft bei der Ankündigung von "Stücken" gesprochen wird.
Viele von ihnen wurden völlig sinnlos getötet – und das zu einer Zeit, in der einige dieser Tiere vermutlich schon trächtig waren oder gerade ihre Jungen erwartet hätten. Mit den getöteten Tieren sind daher wohl auch einige Jungtiere gestorben.
Es gibt laut Tierschützern keine vernünftige Begründung, Füchse zu töten. Auf fast dem gesamten Grundbesitz der Stadt Wien, immerhin der zweitgrößte Grundbesitzer Österreichs, ist die Fuchsjagd längst Geschichte – ebenso wie in Luxemburg. Und welcher Schaden soll ohne Fuchsjagd entstehen? Keiner.
„Wie kann man diese Tiere nur so hassen, dass man sie mit Lust und Freude tötet?“DDr. Martin BalluchObmann, Verein gegen Tierfabriken
Besonders unverständlich ist auch, warum zehn Dachse erschossen wurden. Was haben diese Tiere verbrochen? Tierschützer fordern schon lange ein Verbot für die Jagd auf kleine Beutegreifer.
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch schildert dazu: "Ich habe viele Jahre lang in einem Wildtierspital mitgeholfen, u.a. auch von der Jagd verletzte Füchse ins Spital gebracht, gepflegt und wieder ausgesetzt. Ich habe sie auch oft beobachtet und gefilmt, sowohl mitten in der Stadt in Wien, als auch bei mir im Wald in der Obersteiermark. Ich spüre eine enge innere Verbindung zu Füchsen, sie sind so wunderschön. Ebenso zu den Dachsen, die regelmäßig bei mir vorbeikommen und sich durch meine Präsenz nicht irritieren lassen. Und eine Marderfamilie wohnt in meinem Dachboden. Wie kann man sich dafür feiern, derartig viele dieser Tiere massakriert zu haben? Wie kann man diese wunderbaren Tiere nur als ‚Stücke‘ bezeichnen? Die Einstellung dieser Jäger, die abseits jedes ethischen und ökologischen Empfindens derartige Verbrechen an den Tieren begehen, wird mir immer völlig unverständlich bleiben!"
Während die Tierschützer ihre Fassungslosigkeit über die mutmaßlich morbide "Feier zur Trophäenjagd" kaum in Worte fassen können, versteht die andere Seite, der Jagdverband Österreich, die ganze Aufregung nicht. "Heute"-Tierisch hat beim stellvertretenden Generalsekretär von "Jagd Österreich" Lutz Molter nachgehakt, wieso hier der "Tod" offenbar so zur Schau gestellt wird.
„Mit der sogenannten Steckenlegung wird dem erlegten Wildtier die letzte Ehre erwiesen.“Lutz MolterVerband "Jagd Österreich"
Es sei seit jeher Tradition, alle erlegten Tiere einer Saison zu Beginn der Schonfrist (meist 01. März) noch einmal andachtsvoll mit Zweigen aufzulegen, durchzuzählen und innezuhalten. "Dies ist auch wichtiges Monitoring", erklärt Molter und sagt weiter: "Hier wurden nicht auf einen Schlag über einhundert Tiere erlegt, sondern in einem Zeitraum von ungefähr drei Monaten".
„Normalerweise findet solch eine Andacht auf einer Wiese statt, aber hier wurde nicht der Tod gefeiert, sondern Ehrfurcht vor dem Wild gezeigt.“
Gerade der Bezirk Braunau am Inn sei am Sektor Tierschutz besonders gewissenhaft, meint der Jäger, da hier der Dachs auch im Sinne der geschützten Kiebitze und Rebhühner erlegt werden müsse. "Die Füchse sind Überträger des Fuchsbandwurms, weshalb man hier in die Natur eingreifen muss. In Wien ist die Fuchslosung öfter im Sandkasten von Spielplätzen zu finden, was für Kinder und Haustiere eine große Ansteckungsgefahr darstellt", so Molter.