Bei diesen Aufnahmen muss man selbst an heißen Tagen einen kühlen Kopf bewahren. Ein "Heute"-Leser staunte am Mittwoch nicht schlecht, als er am Viktor-Adler-Markt den Transport einer Fleischlieferung beobachtete. Der Anblick dürfte ihm den Appetit allerdings schnell verdorben haben.
Wie aus dem Video, das "Heute" vorliegt, hervorgeht, kümmerten sich zwei Männer am Viktor-Adler-Markt um das Entladen einer Fleischlieferung. Während einer vor dem Lkw einen großen Transportcontainer bereitstellt, wirft der andere die Fleischstücke aus dem Laderaum hinein. Anschließend stapelt ein Mann mit Handschuhen die Lieferung in dem Behälter, ehe sie mit einer Decke abgedeckt wird. Zuvor liegt das Fleisch bei Außentemperaturen von rund 35 Grad ungeschützt im Freien.
Die Wiener FPÖ zeigt sich über den Vorfall schockiert. "Einmal mehr bestätigt sich die freiheitliche Kritik: Am Viktor-Adler-Markt geht es drunter und drüber. Auf Hygienevorschriften wird offenbar gepfiffen, während das rote Wien und das Wiener Marktamt augenscheinlich mit anderen Dingen beschäftigt sind, anstatt sich um ihre eigentlichen Kernaufgaben zu kümmern", kritisiert der stellvertretende Favoritener Bezirksvorsteher Christian Schuch zu "Heute".
"In meiner Funktion als Bezirksvorsteher-Stellvertreter werde ich umgehend das Marktamt einschalten. Darüber hinaus kann SPÖ-Favoriten-Bezirksvorsteher Marcus Franz damit rechnen, sich im Bezirksparlament damit befassen zu müssen", kündigt Schuch an.
"Heute" bat das Wiener Marktamt um eine Stellungnahme zu dem Vorfall. Dort sind die Betriebe und Gepflogenheiten im Bereich Viktor-Adler-Markt bekannt. "Es finden daher regelmäßige Überprüfungen statt, die – wenn notwendig – auch Sanktionen zur Folge haben. Auch im Zusammenhang mit der besagten Fleischlieferung wurde erneut Nachschau gehalten. Im Allgemeinen ist es unvermeidbar, dass im Zuge von Anlieferungen -auch bei 35°C- Lebensmittel eine gewisse (möglichst kurze) Zeit im Freien verweilen."
Der Vorfall am Viktor-Adler-Markt reiht sich in eine Reihe an Ekel-Fleisch-Fällen ein. Erst im Mai berichtete "Heute" über eine Fleischlieferung in der Nähe des Brunnenmarkts, bei der die Ware mitten auf der Straße gestapelt und dann zur weiteren Verteilung in ein Haus gebracht wurde. "So etwas Grindiges habe ich noch nie gesehen", brachte es ein Anrainer auf den Punkt.