Eine der ältesten Brauereien Deutschlands steht vor dem Aus.
Die Wolters-Brauerei in Braunschweig schließt zum Jahresende endgültig ihre Pforten. Die rund 90 Beschäftigten wurden am Montag über die Schließung informiert.
Die 1627 gegründete Traditionsbrauerei hatte im Sommer Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Als Grund wurden Absatzrückgänge auf dem deutschen Biermarkt genannt. Ein Investorenprozess für den Produktionsstandort blieb jedoch ohne Erfolg.
"Mit der Schließung des Produktionsstandorts in Braunschweig geht eine Ära zu Ende", sagte Geschäftsführer Nils Handke, wie es bei n-tv heißt. Der deutsche Biermarkt sei im vergangenen Jahr so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung.
Das Aus der Brauerei bedeutet aber nicht unbedingt auch das Ende für das dort gebraute Bier. "Bemühungen, die Marke Wolters zu erhalten, laufen weiter", heißt es von der Insolvenzkanzlei. Derzeit würden konstruktive Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt.
Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) nannte das Aus "extrem schmerzhaft".
Besonders bitter sei laut einer Grünen-Politikerin, dass es zwar Investoren für die Marke gab, aber niemand den Standort übernehmen wollte – die Anlagen seien veraltet und hätten dringend modernisiert werden müssen.
Die Wolters-Brauerei ist nicht allein mit diesem Schicksal. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Brauereistandorte in Deutschland geschlossen.
Zum Jahresbeginn traf es bereits den Braunschweiger Standort der Oettinger-Brauerei, auch in Herford musste eine Produktionsstätte dichtmachen.