"Aufbruch zur Spitze": Unter diesem Motto hielt die FPÖ im Saal Tirol des Congress Innsbruck am Samstag eine Veranstaltung ab. Der Standort war dabei nicht zufällig gewählt. Am 13. September 1986 gewann dort Jörg Haider die Kampfabstimmung gegen den damaligen freiheitlichen Parteiobmann und Vizekanzler Norbert Steger.
Der amtierende Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) kündigte daraufhin die rot-blaue Koalition auf. Bei den darauffolgenden Neuwahlen erreichte die SPÖ 43,1 Prozent, die ÖVP kam auf 41,3 Prozent und die Blauen schafften es unter Haiders Führung auf 9,7 Prozent – eine Verdopplung der Stimmen.
Auch aus diesem Grund bezeichnete Herbert Kickl den Parteitag 1986 als "zweiten Geburtstag" der Freiheitlichen. Haider selbst brach mit der FPÖ und beteiligte sich an der Gründung des BZÖ im Jahr 2005. Drei Jahre später kam der Politiker bei einem Autounfall ums Leben. In seiner nunmehrigen Rede am Samstag würdigte Kickl das Erbe Haiders: "Ehre, wem Ehre gebührt!"
Ihm zufolge hätte Haider die Blauen zur "dritten Kraft" im Land gemacht. Er habe dem "rot-schwarzen Koloss" den Kampf angesagt. Man wolle das Werk Haiders fortführen und über ihn hinauswachsen. Laut dem FPÖ-Frontmann wolle man das vollenden, "was vor 40 Jahren in Innsbruck begonnen worden ist".
Härter ging Kickl mit den politischen Gegnern ins Gericht. Er warf diesen "manipulative Methoden" vor, die es schon zur Zeit Haiders gegeben habe. Als Beispiel nannte der Freiheitlich das Volksbegehren "Österreich zuerst". Die anderen Parteien hätten daraus "Ausländer raus" gemacht, was kein Blauer jemals gesagt hätte. Heute erlebe man dies auch mit dem Begriff Remigration beklagte sich Kickl. Ihm zufolge sei nicht das Wort, sondern "illegale Massenzuwanderung" das Problem.
Die heutige Regierung bezeichnete Kickl als "feige Gestalten", die nicht dazu bereit wären, etwas zu riskieren. Ihm zufolge würde sich das Versagen der Verantwortlichen "in allen Bereichen" zeigen. Als Gegenmodell sprach der FPÖ-Chef von seiner Zukunft für Österreich, die aus den Säulen "Vision, Vertrauen und Verantwortung" bestehen soll.
Kritisch sahen den Auftritt Kickls und das Gedenken an Haider rund 100 Demonstranten, die sich in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck versammelt hatten. Die Gegenveranstaltung wurde vom "Bündnis Innsbruck gegen Rechts" organisiert. Deren Motto lautete: "40 Jahre Spaltung sind kein Grund zu feiern".
Gegenüber dem "ORF Tirol" sagte eine Sprecherin des Bündnisses, dass Haider Ideologien groß gemacht hätte, die man nicht unterstützen wolle. Sie sprach von "demokratiefeindlichen Positionen" und von "nahen Annäherungen an deutschnationales und rechtsextremes Gedankengut". Dies würde man entschieden ablehnen.