Die Bilanz ist bitter: Laut Hochrechnung des Kreditschutzverbandes wurden im ersten Halbjahr 2026 in Oberösterreich 748 Verfahren zur Schuldenregulierung eröffnet. Das entspricht einem Anstieg von 12,8 Prozent verglichen mit der Vorjahresperiode.
Bei den vorläufigen Verbindlichkeiten schaut es noch schlechter aus: Sie erhöhten sich um 23,2 Prozent auf 101 Millionen Euro. Das bedeutet ein durchschnittliches Schuldenausmaß von rund 135.000 Euro pro Betroffenem.
Ein Grund für die Misere: Das Preisniveau ist nach wie vor generell hoch. Obwohl die Inflation zuletzt wieder gesunken ist, spüren viele Haushalte – vor allem jene aus geringen und mittleren Verdienstgruppen – real noch kaum Entlastung. Lebensnotwendige Ausgaben für Wohnen und Energie beanspruchen die Hälfte oder noch mehr des Familienbudgets.
In Oberösterreich wurden seit Jahresbeginn mehr als sechs neue Insolvenzfälle an jedem Gerichtstag eröffnet. "Wenn die finanziellen Reserven aufgebraucht sind, reichen auch persönliche Einschränkungen mitunter nicht mehr aus, und es kommt zum finanziellen Kollaps", erklärt die Linzer KSV-Expertin Petra Wögerbauer.
Die Spitzenreiter, was Schulden betrifft: Mit 1.593 eröffneten Privatkonkursen belegt Wien nach wie vor den ersten Platz. Oberösterreich liegt mit 748 Fällen auf Platz zwei, gefolgt von Niederösterreich mit 666 eröffneten Insolvenzen.