Kritik an Nordkette-Einsatz

Flammen-Inferno in Tirol: Heli kam erst nach 75 Minuten

Der Brand auf der Nordkette fordert nach wie vor die Einsatzkräfte. Nun wird bekannt, dass der erste Hubschrauber erst nach 75 Minuten kam.
Lara Heisinger
28.12.2025, 22:39
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Beim Waldbrand auf der Innsbrucker Nordkette sorgt ausgerechnet der Start der Löscharbeiten aus der Luft für Diskussionen: Bürgermeister und Feuerwehr kritisieren, dass die Hubschrauber am Samstag nicht sofort verfügbar waren. Die Polizei weist den Vorwurf zurück und nennt einen anderen Grund für die Verzögerung.

Seit Samstagnachmittag wütet der Waldbrand in Innsbruck. Das Feuer konnte mittlerweile deutlich eingedämmt werden, vollständig gelöscht ist es aber noch nicht – der Einsatz soll auch am Montag weitergehen.

Die Brandursache ist inzwischen bekannt. Am Sonntagvormittag erschien ein zwölf Jahre alter Österreicher gemeinsam mit seinem Vater bei der Polizeiinspektion Hötting und erklärte, den Brand ausgelöst zu haben – "Heute" berichtete.

Wie der Innsbrucker Branddirektor gegen über der "Tiroler Tageszeitung" betont, ist die Lage auf rund 1.400 Metern extrem anspruchsvoll: steiles Gelände, eine Brandfläche von etwa acht Hektar – und dazu die vielen notwendigen Flüge. "Das erfordert jede Menge Koordinierung, unter anderem wenn sicherzustellen ist, dass keine Leute vom Wasser erfasst werden, das aus der Luft abgeworfen wird."

Feuerwerks-Verbot könnte ausgeweitet werden

Bürgermeister Johannes Anzengruber verweist auf die Gefahr durch Pyrotechnik in der anhaltenden Trockenheit. "Im Siedlungsraum gilt bereits jetzt ein Feuerwerks-Verbot. Und je nach Wetterlage überlegen wir, dieses auf spezielle Gebiete darüber hinaus auszuweiten." Am Montag will die Stadtführung darüber beraten und möglicherweise entscheiden.

"Mussten eine Stunde und fünfzehn Minuten warten"

Mit dem Einsatz insgesamt zeigt sich Anzengruber zufrieden – eine Sache kritisiert er jedoch am Samstag: "Wir mussten eine Stunde und fünfzehn Minuten auf den ersten Hubschrauberflug warten", sagt er. "Die Maschine der örtlichen Polizei war auf Wartung und das Bundesheer hat bei uns bekanntlich keine stationiert. An dem Thema müssen wir in Tirol noch arbeiten. Denn wären die Helis früher da gewesen, hätte der Brand schneller eingedämmt werden können", sagt er.

Ähnlich sieht es Helmut Hager von der Berufsfeuerwehr: Er erklärt, "dass die Wartezeit schon recht lang war. Und Flüge mit Hubschraubern und Geschwindigkeit sind bei einem Waldbrand nun mal das A und O."

Polizei widerspricht

Die Landespolizeidirektion Tirol widerspricht der Darstellung. Am Sonntagabend erklärte ein Sprecher, der Polizei-Hubschrauber sei nicht wegen einer Wartung später gestartet, sondern wegen eines Ölwechsels. "Und das hat keine Stunde, sondern exakt 35 Minuten gedauert."

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