Niederösterreich

Folter, Hunger! 9 Jahre Haft für sechsfache Mutter (47)

Schläge, Folter, Nahrungsentzug soll es für sechs Kinder in NÖ von der eigenen Mutter gesetzt haben. Die 47-Jährige muss jetzt 9 Jahre hinter Gitter.
19.09.2023, 18:57
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Finale im Prozess gegen eine sechsfache Mutter diese Woche am Landesgericht Krems: Die 47-Jährige musste erneut wegen fortgesetzter Gewaltausübung sowie Quälen und Vernachlässigen von Minderjährigen vor ein Schöffengericht.

Vier Kinder waren der Frau bereits abgenommen worden, dann soll sie ihre Zwillinge (jetzt 11 Jahre) über mehrere Jahre vernachlässigt und grob misshandelt haben. Die Frau hatte viele Jahre im Weinviertel verbracht, zog in der Folge relativ häufig um, zuletzt in den Bezirk-Krems-Land.

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Die Anklageschrift las sich schauderhaft: Die beschuldigte Mutter soll ihren elfjährigen Sohn regelmäßig, jedenfalls mehrmals die Woche, am Körper misshandelt und verletzt haben, indem sie ihn mit den Fäusten schlug oder mit Füßen trat. Mehrmals soll sie ihn zur Strafe in einem dunklen Raum eingesperrt haben. Machte der Bub aus Angst dann in die Hose, soll es erneut Ohrfeigen gesetzt haben. Die 11-jährige Zwillingsschwester soll regelmäßig an den Haaren gezogen und getreten worden sein.

Kochlöffel auf nackten Popo

Ein jetzt bereits erwachsenes Kind soll im Jahr 2009 geschlagen und eingesperrt worden sein. Eine nun 28-jährige Tochter soll von der Angeklagten immer wieder mit einem Kochlöffel gezüchtigt worden sein – dabei schlug die 47-Jährige mit dem harten Kochutensil heftig aufs entblößte Hinterteil. Auch Fausthiebe, Erniedrigungen und Nahrungsentzug sollen bis ins Jahr 2007 an der Tagesordnung gestanden haben. Weiters soll ein jetzt erwachsener Sohn bis 2009 ständig Gewalt ausgesetzt gewesen sein, zur Strafe nichts oder nur verdorbenes Essen bekommen haben.

Erinnert an Hundebox-Fall

Die Angeklagte bestritt die Vorwürfe bereits beim Prozess im Juli, gab lediglich zwei Watschen zu. Der Verteidiger der Mutter verwies auf den aktuellen "Hundebox-Fall", der ebenfalls am Landesgericht Krems anhängig ist. "Daher ist man jetzt besonders sensibel." An den Vorwürfen sei nichts dran. Denn laut Verteidigung wären es nur eine Verschwörung und Racheaktion der Großmutter, der Mutter der Angeklagten. Die Oma habe die Kinder manipuliert.

Die älteren Geschwister bestätigten indes im Zeugenstand am Kremser Landesgericht: "Wir wurden nie manipuliert von der Oma. Wir machten die Anschuldigungen deshalb publik, um die Zwillinge, die ja erst 11 Jahre alt sind, zu schützen."

9 Jahre Schmalz

Der Schöffensenat schenkte schließlich den Opfern Glauben. Die 47-Jährige fasste neun Jahre Haft (nicht rechtskräftig) aus. Und: Die Zwillinge bekamen jeweils 8.000 Euro Schmerzensgeld gesprochen, die älteren Opfer bekamen teils auch Schmerzensgeld.

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