Am schwedischen Elite-Internat Sigtunaskolan Humanistiska Läroverket (SSHL) soll sich Schreckliches abgespielt haben. Ältere Schüler sollen jüngere Mitschüler systematisch gedemütigt, misshandelt und zu erniedrigenden Ritualen gezwungen haben.
Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen schwerer Sexualdelikte, schwerer Nötigung und schwerer Misshandlung.
Drei männliche Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren sitzen bereits in Untersuchungshaft. Gegen einen Vierten wird ebenfalls ermittelt. Bei den mutmaßlichen Opfern handelt es sich um drei Minderjährige. Die Vorfälle sollen sich Anfang Oktober auf dem Schulgelände nördlich von Stockholm ereignet haben.
Besonders erschreckend: Bei einer groß angelegten Polizeiaktion entdeckten die Ermittler ein geheimes Regelwerk. Darin sollen Hierarchien, Machtpositionen und Strafen unter den Schülern festgehalten worden sein. Ältere Schüler sollen dadurch die Kontrolle über jüngere Mitschüler ausgeübt haben.
Staatsanwältin Lisa Dos Santos spricht gegenüber dem schwedischen Sender TV4 von einer "etablierten Machtstruktur". Die älteren Schüler hätten gezielt darauf geachtet, dass das System geheim blieb. Das Regelbuch sei gut versteckt gewesen, damit Erwachsene nichts davon mitbekamen.
Die mutmaßlichen Übergriffe sollen vor allem im Zusammenhang mit brutalen Aufnahme- und Einweihungsritualen gestanden haben. Jüngere Schüler sollen gezwungen worden sein, sich auszuziehen. Anschließend seien sie geschlagen worden.
Laut TV4 sollen die mutmaßlichen Täter dabei teilweise Sturmmasken getragen haben. In einzelnen Fällen sollen sogar ein Schwert und ein Gürtel zum Einsatz gekommen sein.
Besonders brisant: Auch König Carl XVI. Gustaf (80) drückte einst an der renommierten Schule die Schulbank. 1959 kam er als 13-jähriger Kronprinz an das Internat, sieben Jahre später machte er dort sein Abitur.
Erst 2025 besuchte der Monarch anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Schule sein ehemaliges Wohnheim. Damals schwärmte er: "Obwohl meine Schulzeit schon so viele Jahre zurückliegt, fühle ich mich hier immer noch wie zu Hause."
Die beschuldigten Schüler bestreiten die Vorwürfe. Ihre Verteidiger sprechen allerdings selbst von einer "toxischen Kultur", die an der Schule schon seit Jahren bestehen soll. Schulleiterin Sofia Kinberg bestätigte inzwischen, dass mehrere Schüler suspendiert wurden. Sie stellt klar: "Tradition kann niemals als Vorwand für kränkendes Verhalten benutzt werden."
Wegen der laufenden Ermittlungen will sich die Schule zu einzelnen Personen nicht äußern. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.