Es begann als gemütlicher Abend auf der Terrasse. Plötzlich hörte eine Frau in Dornbirn (Vorarlberg) verzweifelte Hilferufe aus der Ferne. Was sich erst später herausstellte: Ein Mann kämpfte rund 300 Meter über dem Boden in einer steilen Felswand um seine Rettung.
Der dramatische Vorfall ereignete sich bereits im April 2025 am Breitenberg. Nergiz Saskin-Sisman saß mit ihrer Cousine auf der Veranda, als die beiden die Schreie bemerkten. Ihr Mann holte einen Bauscheinwerfer und richtete ihn auf den gegenüberliegenden Berg.
Immer wenn der Lichtstrahl eine bestimmte Stelle traf, waren erneut Hilferufe zu hören. So konnte die Familie den Einsatzkräften helfen, den Unglücksort einzugrenzen.
Die Feuerwehr Dornbirn setzte schließlich eine Drohne ein. Sie entdeckte einen 42-jährigen Rumänen, der rund 300 Meter über dem Boden an einer steilen Felswand festsaß.
Besonders unglaublich: Der Mann war lediglich mit einer Hose und einer Wollhaube bekleidet. Eine entsprechende Kletterausrüstung hatte er nicht dabei. Wegen des gefährlichen Geländes musste ein Rettungshubschrauber anrücken.
Der 42-Jährige wurde stark unterkühlt und mit Muskelkrämpfen ins Krankenhaus Dornbirn gebracht. Laut Polizei war er zudem leicht alkoholisiert.
Warum er überhaupt in die Felswand geklettert war? Der Mann erklärte später, dass er das Bergsteigen einfach einmal ausprobieren wollte.
Mehr als eineinhalb Jahre nach dem dramatischen Einsatz wurde die aufmerksame Dornbirnerin für ihre Hilfe ausgezeichnet. Am Montagabend, dem 12. Oktober 2026, erhielt Nergiz Saskin-Sisman beim ORF Vorarlberg den DECUS-Preis für Zivilcourage.
Insgesamt wurden bei der Verleihung 22 Menschen geehrt, die in gefährlichen Situationen anderen geholfen hatten.