Dieser Urlaubskauf ist zum großen Frust-Erlebnis geworden! Konrad L., Pensionist aus der Nähe von Feldkirch (Vorarlberg), verbrachte mit seiner Frau zwei Wochen auf der griechischen Ferieninsel Rhodos. Bei einem organisierten Ausflug "verliebte" sich seine Frau in eine Halskette mit einem angeblich wertvollen Tansanit. Das Ehepaar ließ sich zum Kauf des blau-violetten Edelsteins überreden und zahlte dafür 5.000 Euro. Zurück in Österreich kam das böse Erwachen.
"Wir haben das viele Geld einfach so in den Sand gesetzt", ärgert sich der Vorarlberger im Gespräch mit "Heute".
Begonnen hatte alles bei einer organisierten Rundfahrt auf der Insel. Ein Stopp führte die Reisegruppe in ein Goldschmiede-Atelier. Dort sei das Ehepaar regelrecht von Verkäufern bedrängt worden. "Wie die Hyänen sind die auf uns zugestürmt", erinnert sich Konrad L.
Die Verkäufer hätten die Schmuckstücke als besonders selten angepriesen. Außerdem seien die Preise auf Rhodos besonders günstig. "Müsst ihr kaufen", habe man den Österreichern immer wieder eingeredet.
Seine Frau war von einer Halskette mit einem blauen Schmuckstein begeistert. Obwohl sie zuvor vor genau solchen Verkaufsmethoden gewarnt wurden, griff das Ehepaar schließlich zu.
Zuerst wurden 2.000 Euro angezahlt, später folgte der Restbetrag. Insgesamt wechselten 5.000 Euro den Besitzer. Dafür gab es neben der Kette mit dem Tansanit auch ein Zertifikat, das wohl die Echtheit bestätigen soll.
Daheim in Vorarlberg wollte das Ehepaar wissen, ob sich die teure Anschaffung tatsächlich gelohnt hatte. Der Stein war ihnen als Tansanit verkauft worden, ein Edelstein, der nur auf Tansania vorkommt und der je nach Qualität sehr hohe Preise erzielen kann.
Konrad L. befragte drei Juweliere in Österreich und der Schweiz. Deren Einschätzung sorgte für blankes Entsetzen. "Das Wertvollste daran ist die Kette", hätten ihm alle drei erklärt. Der Stein sei "äußerst schlecht" geschliffen. Fazit: Dieser Schmuck ist maximal 400 Euro wert.
"Das ist ein Beschiss hoch zehn!", schimpft der verärgerte Vorarlberger. Bitter: Konrad L. und seine Frau waren nicht die einzigen Urlauber, die bei dem Ausflug Geld für Schmuck ausgaben. Auch ein befreundetes Ehepaar langte zu bei den Schmuckstücken.
Der betrogene Tourist wollte sich zunächst mit dem Verlust nicht abfinden. Er erkundigte sich bei Schmuckhändlern in Österreich und sogar in der Schweiz, ob er gegen den Kauf vorgehen könne. Die Antworten machten ihm wenig Hoffnung.
Schließlich schrieb das Ehepaar direkt an den Händler auf Rhodos und schilderte die Enttäuschung über das teure Schmuckstück.
Die unbefriedigende Antwort: Er könne die Kette gerne zurückschicken.