Eine bekannte Solar-Firma warb mit sonnigen Gewinnaussichten um Kleinanleger, ging krachend in Konkurs. Nun ist der Schaden groß – von insgesamt 91 Millionen Euro fehlt jede Spur.
Auch Brigitte H. (64) aus Wien verlor ihr ganzes Geld. Die investierten 5.200 Euro fehlen der chronisch kranken Frau – die an einer Lähmung des Hirnstammnervs laboriert – ganz besonders. Denn sie bräuchte das Geld jetzt dringend für ihre Stammzellentherapie. "Alles, was ich für meine Gesundheit gespart habe, ist weg", so die 64-Jährige unter Tränen im Gespräch mit "Heute".
"Ich bin traurig und schockiert, dachte wirklich, dass das alles sehr seriös ist", erklärte sie, wieso sie im Jahr 2020 eine einmalige Bareinlage von 2.400 Euro an die Firma mit Sitz in Liechtenstein überwies, monatlich zunächst 30 Euro, später sogar bis zu 45 Euro einzahlte. "Jedes Jahr gab es einen Jahresbericht, das sah alles gut aus."
Doch hinter den Kulissen rumorte es schon damals: Besagte Solar-GmbH war Teil eines Firmenkonstrukts, das nur wenigen viel brachte und schließlich in sich zusammenbrach, was eine Insolvenzwelle auslöste.
Ende 2025 wurden in Oberösterreich auf Anordnung der WKStA bereits drei Verdächtige festgenommen. In zwei Ländern laufen aktuell Verfahren wegen Anlagebetrugs, Bilanzfälschung, Untreue und betrügerischer Krida gegen insgesamt 40 Beschuldigte mit Verbindung zur Solarfirma.
Brigitte H. (64) kündigte 2025 eigentlich ihr Abo-Investment. Als das Geld nicht und nicht ausbezahlt wurde, brachte eine Internetrecherche traurige Gewissheit. "Die Firma ist bereits länger insolvent, hat mein ganzes Geld verspekuliert und mir dann nicht einmal Bescheid gegeben", sagt sie bitter. Fristen zur Anmeldung als Gläubigerin verpasste die Pensionistin. Ihr Geld ist (vorerst) verloren – doch der Millionenkrimi wird sie, zahlreiche Opfer und Justizbehörden wohl noch Jahre beschäftigen.