Zwar stieg der Männeranteil in Kinderauszeit von 5,7 Prozent im Jahr 2006 auf 13,3 Prozent im Jahr 2023. Doch damit bleibt die Betreuung in fast neun von zehn Fällen (86,7 Prozent) an den Frauen hängen. Das zeigt das aktuelle Wiedereinstiegsmonitoring 2026 der Arbeiterkammer OÖ.
Noch deutlicher wird die Karenz-Kluft bei der Dauer: Fast zwei Drittel der Männer bleiben höchstens drei Monate zu Hause. Knapp jeder Vierte bezieht zwar Kinderbetreuungsgeld, unterbricht seinen Job dafür aber überhaupt nicht.
Länger als ein halbes Jahr gehen nur 5,7 Prozent der Väter in Kinderauszeit. Das waren im ganzen Bundesland gerade einmal 102 Männer. Selbst bei Besserverdienern blieb eine längere Pause die große Ausnahme.
Die Rechnung zahlen laut AK vor allem die Frauen: Sie reduzieren häufiger ihre Arbeitszeit, unterbrechen ihren Beruf länger und müssen dadurch mit weniger Einkommen sowie einem höheren Risiko für Altersarmut leben.
"Die steigende Beteiligung von Vätern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kinderbetreuung und Karenz sowie die damit verbundenen beruflichen Nachteile weiterhin überwiegend von Frauen getragen werden", warnt AK-Präsident Andreas Stangl.
Die Arbeiterkammer fordert deshalb familienfreundlichere Arbeitszeiten, mehr Betreuungsplätze und eine gerechtere Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit. "Für echte Gleichstellung braucht es Rahmenbedingungen, die längere Karenzzeiten von Vätern fördern und Frauen strukturell entlasten", so Stangl.