Der Fall um eine Pensionistin, die demnächst ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, gibt weiter Rätsel auf.
In einem Einfamilienhaus in Münchendorf (Bezirk Mödling) war Ende Mai die Feuerwehr von der Polizei zu einer Türöffnung gerufen worden – wenig später entwickelte sich der Einsatz zu einem spektakulären Kriminalfall, wie "Heute" aufdeckte. Aufschlüsse erhoffen sich Ermittler vom Sohn der toten Frau, der sich noch im Ausland aufhalten dürfte – einen Kontakt zu dem Angehörigen gibt es derzeit nicht. Ermittler hoffen dennoch, dass er bald auftaucht, sich meldet und bei der Aufklärung des Falls mitwirken kann.
Im Inneren des Hauses machten die Einsatzkräfte nämlich eine schockierende Entdeckung. Hinter einer Wand fanden sie die Leiche einer Frau, die eingemauert worden war. Diensthunde hatten angeschlagen, das gesamte Gebäude wurde anschließend gründlich nach weiteren Spuren durchsucht.
Bei der Toten handelt es sich um eine Pensionistin, der Körper befand sich bereits in einem weit fortgeschrittenen Verwesungszustand. Nach ersten Erkenntnissen dürfte die mumifizierte Frau bereits seit längerer Zeit tot gewesen sein. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ihr Tod sogar schon Jahre zurückliegt.
Die Pensionistin war in Wien hauptgemeldet und verfügte in Niederösterreich lediglich über einen Nebenwohnsitz. Auch deshalb wird der Fall von der Staatsanwaltschaft Wien geführt, die sich in dem Fall mit Auskünften bedeckt hält.
Ob die Frau eines natürlichen Todes starb oder Opfer eines Verbrechens wurde, ist derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Behörden prüfen alle denkbaren Szenarien.
Auch mögliche finanzielle Hintergründe werden untersucht. Nach dem Tod der Frau sollen weiterhin Sozialleistungen oder Pensionszahlungen bezogen worden sein. Die Zahlungen wurden inzwischen eingestellt.
Nachbarn schildern, dass das Haus und der Garten stets gepflegt gewirkt haben. Die Frau selbst sei jedoch schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen worden.
Eine zentrale Rolle könnte nun ein Angehöriger, der Sohn der Verstorbenen, spielen, von dem sich die Ermittler wichtige Hinweise erhoffen. Zudem muss geklärt werden, ob die Frau im Haus starb oder ihre Leiche erst später nach Münchendorf gebracht und dort einbetoniert wurde. Es gilt die Unschuldsvermutung.