Zwischen Kerzenmeer und raschelndem Laub entscheiden sich immer mehr Menschen für eine letzte Ruhestätte im Grünen. Der Trend geht in Niederösterreich zu weniger Stein, dafür mehr Natur. Bestattungsrituale sollen sich ganz nah am Leben anfühlen.
Immer mehr Menschen gestalten ihren Abschied individuell – und auch die Feuerbestattung wird zunehmend gewählt. "Viele Gemeinden greifen diesen Trend auf und schaffen auf ihren Friedhöfen Urnenwiesen, Baumgräber oder kleine Waldstücke, die Natur und Erinnerung miteinander verbinden", fasst Klaus Ostermann zusammen, er ist Landesinnungsmeister der NÖ Bestatter.
Jährlich verzeichnet Niederösterreich rund 17.000 Sterbefälle, um die sich 135 aktive Bestatter kümmern. Ihre Rolle: zuhören, ordnen und Trauernde begleiten. Ostermann: "Niederösterreichs Bestatterinnen und Bestatter stehen den Hinterbliebenen in dieser schwierigen Zeit mit einfühlsamer Beratung und ihrer umfassenden Erfahrung für individuelle Abschiede und würdevolle Zeremonien zur Seite."
Auch die Friedhofsbetreiber ziehen mit: Urnenwiesen und Baumgräber bieten dauerhaften Bestand und rechtliche Sicherheit. Entstehen sollen Orte der Begegnung und Ruhe, an denen Erinnerung und Trauerverarbeitung ausreichend Platz haben.
Besonders rund um Allerheiligen und Allerseelen wird der Wandel sichtbar: mehr Naturflächen, mehr persönliche Details, weniger Standard. "Gerade Allerheiligen und Allerseelen sind ja besondere Tage der Erinnerung und der Wertschätzung für unsere Verstorbenen", so Ostermann.