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Fulminantes "Final Fantasy VII" erobert die Switch 2

"Final Fantasy VII Remake Intergrade" gibt es jetzt für Nintendo Switch 2 – und das Kult-Rollenspiel ist aktuell einer der heißesten Konsolen-Titel.
Rene Findenig
24.01.2026, 16:45
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Mit der Veröffentlichung von "Final Fantasy VII Remake Intergrade" für die Nintendo Switch 2 erreicht eines der bekanntesten Rollenspiele der Videospielgeschichte erstmals vollständig die neue Nintendo-Generation. Was auf den ersten Blick wie eine reine Portierung wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als technisch anspruchsvolles Unterfangen, das Square Enix vor eine besondere Herausforderung gestellt hat. Schließlich galt das Remake des PS1-Klassikers lange Zeit als Paradebeispiel moderner Konsolenleistung. Die Frage, die sich viele Fans gestellt haben, lautet daher: Kann die Nintendo Switch 2 dieses Mammutprojekt wirklich stemmen?

Kurz zur Abklärung: 1997 erschien mit "Final Fantasy VII" der erste 3D-Titel der Rollenspiel-Reihe auf PlayStation und PC, 2020 kam dann das vollständig neu aufgebaute Remake als erster Teil einer geplanten Trilogie auf die PlayStation 4, breitete sich auch auf PlayStation 5, PC und nun neu auch auf Nintendo Switch 2 und Xbox Series X|S aus. Auf den neuen Konsolen-Generationen kam der Titelzusatz "Intergrade" dazu – der Hinweis auf die weiter verbesserte Version des Remakes. Außerdem gibt es in der "Intergrade"-Version eine zusätzliche Episode namens "Intermission" mit der Figur mit Yuffie als Hauptcharakter.

Ein modernes Remake eines zeitlosen Klassikers

"Final Fantasy VII" gehört zu jenen Spielen, deren Einfluss auf die Videospielgeschichte kaum zu überschätzen ist. Das Original aus dem Jahr 1997 definierte nicht nur das Genre der japanischen Rollenspiele neu, sondern brachte erzählerische Tiefe, cineastische Inszenierung und ikonische Figuren in den Mainstream und den Westen. Das Remake verfolgt dabei keinen simplen Neuauflagen-Ansatz, sondern interpretiert die Vorlage bewusst neu. "Final Fantasy VII Remake" konzentriert sich ausschließlich auf den Midgar-Abschnitt des Originals, dehnt diesen aber massiv aus. Aus wenigen Spielstunden werden nun mehrere Dutzend.

Gefüllt sind diese mit neuen Handlungssträngen, zusätzlichen Charaktermomenten und einer deutlich vertieften Welt. "Intergrade" ergänzt das Hauptspiel um technische Verbesserungen sowie die eigenständige Episode rund um Yuffie Kisaragi, die in der Switch-2-Version vollständig enthalten ist. Inhaltlich bleibt die Nintendo-Switch-2-Version vollständig identisch mit den anderen Konsolenfassungen von "Final Fantasy VII Remake Intergrade". Spieler schlüpfen erneut in die Rolle von Cloud Strife, einem ehemaligen Soldaten, der sich der Widerstandsgruppe Avalanche anschließt.

Kampfsystem zählt zu den größten Stärken des Spiels

Gemeinsam kämpfen die Rebellen sie gegen den übermächtigen Shinra-Konzern, der den Planeten durch den Raubbau an Mako-Energie langsam zugrunde richtet. Was das Remake auszeichnet, ist die Art, wie bekannte Ereignisse neu inszeniert werden. Dialoge wurden erweitert, Beziehungen zwischen den Figuren vertieft und Nebencharaktere erhalten mehr Raum. Gleichzeitig nimmt sich das Spiel narrative Freiheiten, die bewusst mit den Erwartungen von Fans spielen. Besonders Kenner des Originals werden immer wieder mit Abweichungen konfrontiert, die Fragen aufwerfen und Diskussionen anregen.

Die Yuffie-Episode fügt dem Ganzen eine weitere Perspektive hinzu. Die junge Ninja aus Wutai agiert parallel zu den Geschehnissen in Midgar und bringt eine spürbar andere Tonalität ins Spiel. Leichter, verspielter, aber keineswegs belanglos ergänzt sie die Hauptgeschichte sinnvoll, ohne sich wie bloßes Bonusmaterial anzufühlen. Das Kampfsystem von "Final Fantasy VII Remake Intergrade" zählt zu den größten Stärken des Spiels und bleibt auch auf der Nintendo Switch 2 unverändert erhalten. Statt rundenbasierter Kämpfe setzt Square Enix auf eine hybride Lösung aus Echtzeit-Action und taktischer Planung.

Überraschend präzise Steuerung auf der Switch 2

Angriffe werden direkt ausgeführt, während spezielle Fähigkeiten, Zauber und Items über ein pausierbares Kommando-Menü aktiviert werden. Dieses System sorgt für ein dynamisches Kampferlebnis, das sowohl schnelle Reaktionen als auch strategisches Denken belohnt. Gegner verfügen über individuelle Schwächen, Zustände und Angriffsmuster, die es zu analysieren gilt. Gerade Bosskämpfe entwickeln sich zu fordernden Prüfungen, bei denen unüberlegtes Draufhauen schnell bestraft wird. Die Switch-2-Version profitiert dabei von der überraschend präzisen Steuerung sowohl im Handheld- als auch im Docked-Modus.

Die Möglichkeit, jederzeit zwischen den aktiven Gruppenmitgliedern zu wechseln, bleibt ein zentrales Element, das die Kämpfe abwechslungsreich und kontrollierbar hält. Auch abseits der Kämpfe zeigt sich "Final Fantasy VII Remake Intergrade" als klassisches Rollenspiel moderner Prägung. Charaktere steigen im Level auf, neue Waffen werden gefunden und ausgebaut, Materia kann frei kombiniert werden, um Fähigkeiten, Zauber und passive Effekte freizuschalten. Das Materia-System, eines der Markenzeichen des Originals, wurde für das Remake behutsam modernisiert.

Switch 2 arbeitet mit Mega-Game ziemlich solide

Das System erlaubt eine Individualisierung der Spielfiguren, ohne Neulinge zu überfordern. Gleichzeitig eröffnet es erfahrenen Spielern enorme Möglichkeiten zur Optimierung ihrer Builds. Auf der Nintendo Switch 2 läuft dieses System genauso umfangreich wie auf anderen Plattformen. Menüs sind übersichtlich, Ladezeiten beim Wechsel zwischen Bereichen bleiben moderat, und auch längere Spielsitzungen im Handheld-Modus sind problemlos möglich. Der wohl kritischste Punkt der Switch-2-Version ist die technische Umsetzung. "Final Fantasy VII Remake Intergrade" wurde ursprünglich für deutlich leistungsstärkere Hardware entwickelt.

Entsprechend hoch waren die Erwartungen – und auch die Skepsis –, ob Nintendos neue Konsole diesem Anspruch gerecht werden kann. Die Antwort fällt differenziert aus. Die Switch 2 liefert eine sichtbar angepasste Version des Spiels, die jedoch erstaunlich stabil läuft und optisch eines der schönsten Switch-2-Spiele überhaupt darstellt. Die Auflösung liegt im Docked-Modus unter der von PlayStation- und Xbox-Versionen, erreicht aber ein sauberes Bild, das auf Fernsehern nicht unangenehm auffällt. Im Handheld-Modus wird die Darstellung weiter skaliert, bleibt aber scharf genug, um Details erkennen zu lassen.

Unverändert stark präsentiert sich der Soundtrack

Texturen wurden in Teilen reduziert, insbesondere bei weit entfernten Objekten und Hintergrundkulissen. Charaktermodelle hingegen profitieren weiterhin von hohem Detailgrad, was in Dialogsequenzen und Zwischensequenzen besonders positiv auffällt. Gesichter, Animationen und Gestik transportieren Emotionen glaubwürdig, selbst auf dem kleineren Bildschirm. Die Bildrate ist auf der Nintendo Switch 2 stabilisiert, erreicht jedoch nicht das Niveau leistungsstärkerer Konsolen. Statt höherer Framerates setzt Square Enix auf eine konstante Performance, die Einbrüche weitgehend vermeidet.

Texturen wurden in Teilen reduziert, insbesondere bei weit entfernten Objekten und Hintergrundkulissen.
Square Enix

In intensiven Kampfsituationen mit vielen Effekten kann es dennoch zu leichten Schwankungen kommen, die den Spielfluss jedoch selten ernsthaft beeinträchtigen. Positiv fällt auf, dass das Spiel keine gravierenden technischen Fehler zeigt. Abstürze, massive Ruckler oder Spielabbrüche bleiben im Test aus. Ladezeiten sind zwar vorhanden, bewegen sich aber in einem akzeptablen Rahmen. Unverändert stark präsentiert sich der Soundtrack. Die neu arrangierten Kompositionen von Nobuo Uematsus Originalwerken zählen weiterhin zu den größten Stärken des Spiels. Orchestrale Neuinterpretationen wechseln mit Elektro-Elementen.

Fulminantes "Final Fantasy VII" erobert die Switch 2

Auch auf der Switch 2 kommt die Musik hervorragend zur Geltung. Ob über Kopfhörer im Handheld-Modus oder über die heimische Anlage im Dock – die Klangqualität überzeugt. Die englische und japanische Sprachausgabe ist vollständig enthalten und hochwertig umgesetzt, deutsche Bildschirmtexte sorgen für gute Verständlichkeit. Ein Alleinstellungsmerkmal der Nintendo-Version ist die Möglichkeit, "Final Fantasy VII Remake Intergrade" unterwegs zu spielen. Was früher technisch kaum vorstellbar schien, funktioniert nun erstaunlich gut. Gerade Erkundungskapitel, Nebenmissionen oder Dialogsequenzen eignen sich hervorragend dafür.

Charaktermodelle hingegen profitieren weiterhin von hohem Detailgrad, was in Dialogsequenzen und Zwischensequenzen besonders positiv auffällt.
Square Enix

Natürlich macht sich die reduzierte Grafik im Handheld-Modus stärker bemerkbar, doch der Gesamteindruck bleibt stimmig. Die Lesbarkeit der Benutzeroberfläche ist gut, Texte sind ausreichend groß und die Steuerung passt sich dem mobilen Spielbetrieb problemlos an. Die in "Intergrade" enthaltene Yuffie-Episode ist auch auf der Nintendo Switch 2 vollständig spielbar. Inhaltlich bietet sie mehrere Stunden Spielzeit, neue Gegner, ein eigenes Kampfsystem-Gimmick und zusätzliche Einblicke in die Welt von Midgar. Yuffies Spielstil unterscheidet sich deutlich von Cloud und Co. und sorgt für frischen Wind.

Fulminantes "Final Fantasy VII" erobert die Switch 2

Die Episode fügt sich narrativ sinnvoll ein, ohne zwingend vorausgesetzt zu werden, um der Hauptgeschichte folgen zu können. Für Fans stellt sie jedoch eine willkommene Erweiterung dar, die das Gesamtpaket abrundet. Die Nintendo-Switch-2-Version von "Final Fantasy VII Remake Intergrade" richtet sich in erster Linie an Spieler, die das Abenteuer erstmals erleben möchten oder es unterwegs genießen wollen. Wer bereits die technisch überlegenen Versionen auf anderen Plattformen gespielt hat, wird hier keine neuen Inhalte finden, sondern eine solide, aber sichtbar abgespeckte Umsetzung.

Die Switch 2 liefert eine sichtbar angepasste Version des Spiels, die jedoch erstaunlich stabil läuft und optisch eines der schönsten Switch-2-Spiele überhaupt darstellt.
Square Enix

Für Nintendo-Fans hingegen ist der Titel ein echtes Prestigeprojekt. Er zeigt, wozu die Switch 2 technisch in der Lage ist, und beweist, dass auch auf Nintendos Hardware große, storylastige Rollenspiele ihren Platz haben können. "Final Fantasy VII Remake Intergrade" auf der Nintendo Switch 2 ist kein technisches Wunder, aber ein bemerkenswerter Erfolg. Square Enix ist es gelungen, ein äußerst anspruchsvolles Spiel auf eine mobile Konsole zu bringen, ohne dessen Kern zu opfern. Abstriche bei Grafik und Bildrate sind vorhanden, werden jedoch durch Stabilität, Umfang und Spielbarkeit ausgeglichen.

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