Fußball-Weltmeisterschaften und Europameisterschaften bringen Fans in Österreich regelmäßig in Ausnahmezustand. Besonders dann, wenn auch das Nationalteam mitspielt.
Doch diese Euphorie hat laut einer Analyse der Wiener Städtischen Versicherung auch eine Schattenseite. Während großer Fußball-Turniere werden in Österreich im Schnitt rund 11 Prozent mehr Einbrüche in Wohnungen und Häuser registriert als in vergleichbaren Zeiträumen ohne sportliches Großereignis.
Besonders deutlich war der Anstieg bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Damals fanden wegen der Zeitverschiebung viele Partien erst spät am Abend oder in der Nacht statt. Genau in dieser Zeit schlagen Einbrecher generell besonders häufig zu. Während dieser WM wurden rund 20 Prozent mehr Einbrüche verzeichnet – der höchste Wert im gesamten Beobachtungszeitraum.
"Die Fußball-WM ist nicht nur ein Fest für Fans, sondern leider auch eine Gelegenheit für Kriminelle – erhöhte Wachsamkeit kann helfen, Risiken zu minimieren, vor allem wenn die WM in Übersee stattfindet", erklärt Wiener-Städtische-Vorstandsdirektorin Doris Wendler.
Mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ist die Ausgangslage ähnlich. Auch bei diesem Turnier werden zahlreiche Spiele aufgrund der Zeitverschiebung erst zu später Stunde in Österreich zu sehen sein. Laut Wendler könnte sich dadurch ein ähnlicher Effekt wie 2014 ergeben.
"Die WM in Brasilien hat gezeigt, wie stark sich die Anstoßzeiten auf die Einbruchszahlen auswirken können. Für die kommende WM ist daher besondere Vorsicht geboten", so Wendler weiter.
Langfristig zeigt die Analyse aber auch eine positive Entwicklung. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2014 mit 26 Fällen pro Tag während der WM sind die Einbruchszahlen zurückgegangen. Zuletzt lagen die Werte während eines Turniers bei rund 15 Einbrüchen pro Tag.
Wendler sieht darin ein Zeichen dafür, dass Vorsorge wirkt. "Diese Entwicklung zeigt, dass sich Präventionsmaßnahmen und ein gestiegenes Sicherheitsbewusstsein positiv auswirken. Dennoch bleibt das Risiko während Großevents erhöht", sagt sie.
Ein Sonderfall war die WM 2022 in Katar. Sie fand erstmals im Winter statt, im November und Dezember. Große Fan-Zonen und Public Viewing spielten damals kaum eine Rolle. Dadurch gab es auch weniger Situationen, in denen Wohnungen oder Häuser über längere Zeit leer standen.
Für Fußball-Fans heißt das vor dem nächsten Turnier: vor dem Match nicht nur Getränke einkühlen und den Fernseher einschalten, sondern auch an die eigene Wohnung denken. Türen und Fenster sollten konsequent versperrt werden. Auch mögliche Einstiegshilfen wie Leitern, Werkzeuge oder Kisten sollten nicht frei zugänglich herumstehen.