Wenn bei großen Fußballturnieren Millionen Fans vor dem Fernseher mitfiebern, nutzen offenbar auch Einbrecher die Gelegenheit. Laut einer Analyse der Wiener Städtischen steigt die Zahl der Einbrüche in Österreich während Fußball-Großereignissen deutlich an.
Drei Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA warnte die Versicherung vor einem erhöhten Risiko. Demnach werden während großer Turniere im Schnitt um elf Prozent mehr Einbrüche in Wohnungen und Häuser verzeichnet als sonst.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei Weltmeisterschaften, die außerhalb Europas stattfinden. Während der WM 2014 in Brasilien lag die Zahl der Einbrüche laut Analyse sogar um rund 20 Prozent höher. Als Grund nennt die Wiener Städtische die Zeitverschiebung: Viele Spiele wurden erst spät am Abend oder in der Nacht ausgetragen – genau zu jener Tageszeit, in der Einbrecher besonders häufig aktiv werden.
Ein ähnlicher Effekt wird auch bei der bevorstehenden WM erwartet. Zusätzlich könnte die Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft für besonders großes Interesse am Turnier sorgen.
"Die Fußball-WM ist nicht nur ein Fest für Fans, sondern leider auch eine Gelegenheit für Kriminelle - erhöhte Wachsamkeit kann helfen, Risiken zu minimieren, vor allem wenn die WM in Übersee stattfindet", betonte Wiener-Städtische-Vorstandsdirektorin Doris Wendler.
Die Versicherung empfiehlt deshalb einfache Sicherheitsmaßnahmen. Türen und Fenster sollten konsequent versperrt werden. Zudem sollten mögliche Einstiegshilfen wie Leitern, Werkzeuge oder Kisten nicht frei zugänglich gelagert werden.
Trotz des erhöhten Risikos zeigt die langfristige Entwicklung nach Angaben der Wiener Städtischen nach unten. Seit dem Höchststand im Jahr 2014 seien die Zahlen zurückgegangen. Zuletzt wurden während eines Turniers durchschnittlich rund 15 Einbrüche pro Tag registriert.
"Diese Entwicklung zeigt, dass sich Präventionsmaßnahmen und ein gestiegenes Sicherheitsbewusstsein positiv auswirken. Dennoch bleibt das Risiko während Großevents erhöht", warnte Wendler.
Eine Ausnahme stellte die WM 2022 in Katar dar. Das Turnier wurde erstmals im Winter ausgetragen. Weil es damals keine klassischen Fanmeilen gab, boten sich laut der Analyse weniger Gelegenheiten für Einbrüche.