Ein schwerer Frontalcrash hat am Sonntagnachmittag in Kitzbühel vier Verletzte gefordert. Doch während die Rettungskräfte um die Versorgung der Unfallopfer bemüht waren, sorgten zahlreiche Schaulustige für zusätzliche Probleme. Der Andrang war so groß, dass der Einsatzleiter zwischenzeitlich den Überblick verlor, wie er gegenüber dem ORF berichtet.
Gegen 15.19 Uhr krachten auf der B170 westlich des Lebenbergtunnels zwei Autos frontal zusammen. Zwei Verletzte mussten im Schockraum behandelt werden. Einer wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Kufstein geflogen, der andere mit der Rettung nach St. Johann gebracht.
Eine weitere Person erlitt mittelschwere Verletzungen und wurde ebenfalls nach Kufstein geflogen. Wie schwer das vierte Unfallopfer verletzt wurde, war zunächst unklar. Im Einsatz standen zwei Notarzthubschrauber, drei Rettungswagen, 24 Feuerwehrleute mit fünf Fahrzeugen sowie zwei Polizeistreifen.
Nach dem Einsatz übte Feuerwehrkommandant Andreas Reisch scharfe Kritik am Verhalten der Neugierigen. "Es waren überall Leute, zum Teil sogar Kinder", kritisiert er.
"Damit werden sowohl die Verletzten als auch die Einsatzkräfte gefährdet", warnte Reisch. Er appellierte, Unfallstellen großräumig zu meiden. Wer wirklich helfen wolle, solle sich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagieren – "das bringt weitaus mehr", so der Kommandant.