Auf der Inntalautobahn (A12) in Tirol reißt die Serie tödlicher Verkehrsunfälle nicht ab. Innerhalb weniger Wochen verloren im Baustellenbereich zwischen Mötz und der Simmering Galerie bereits drei Menschen ihr Leben. Nach dem jüngsten Todesdrama am Dienstag zieht die Asfinag nun Konsequenzen und kündigt eine neuerliche Überprüfung der Baustelle an.
Am Dienstag kam es erneut zu einem folgenschweren Unfall. Ein 62-jähriger Lkw-Lenker geriet im Baustellenbereich auf die Gegenfahrbahn und krachte frontal in den Pkw eines 36-Jährigen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto gegen die Lärmschutzwand gedrückt. Für den 36-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.
Auch der Wagen einer nachfolgenden 38-jährigen Autolenkerin wurde von dem Lkw erfasst und mitgeschleift.
Besonders erschütternd: Der Lkw-Fahrer gab gegenüber der Polizei an, dass ihm plötzlich schlecht und schwarz vor Augen geworden sei. Deshalb dürfte er die Kontrolle über sein Schwerfahrzeug verloren haben. Die genaue Unfallursache wird noch ermittelt.
Es ist bereits der dritte tödliche Unfall in dem rund sechs Kilometer langen Baustellenbereich. Seit März werden auf diesem Abschnitt der A12 Fahrbahnen und Brücken saniert.
Am 18. August geriet eine 33-jährige Autolenkerin auf die Gegenfahrbahn und prallte gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug. Die Frau starb bei dem Zusammenstoß.
Im September folgte die nächste Tragödie: Ein Autofahrer verlor bei einer Frontalkollision mit einem Lkw sein Leben.
Nach dem dritten Todesfall reagiert nun die Asfinag. Pressesprecher Alexander Holzedl kündigte gegenüber dem ORF Tirol an, die Baustelle gemeinsam mit den zuständigen Stellen neuerlich unter die Lupe zu nehmen. "Wir werden so schnell wie möglich die Baustelle auf Herz und Nieren überprüfen", erklärte Holzedl. Sollten dabei Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt werden, wolle man diese auch umsetzen.
Einen direkten Zusammenhang zwischen der Verkehrsführung und den tödlichen Unfällen sieht der Autobahnbetreiber derzeit allerdings nicht. Die bisherigen Untersuchungen hätten keine entsprechenden Hinweise ergeben.
Eine Entschärfung der Verkehrssituation ist bereits geplant. Laut Asfinag soll Ende Oktober ein Teil der Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dadurch würde sich auch der Gegenverkehrsbereich verkürzen. Anfang Dezember sollen die gesamten Sanierungsarbeiten beendet sein.