15 Jahre Einsatz haben sich ausgezahlt: Österreich feiert am Mittwoch einen großen Erfolg am internationalen Parkett und sichert sich einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat, konnte in der Kampfabstimmung in New York die Pläne Deutschlands durchkreuzen. Ausgerechnet in der aktuell geopolitisch besonders heißen Phase hat Wien also im wichtigsten Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen Mitspracherecht.
Entsprechend ausgelassen wurde die Verkündung der Wahlentscheidung bejubelt und auch Stunden später sieht man Außenministerin Beate Meinl-Reisinger die Freude noch an, als sie von New York aus im "ZiB 2"-Studio zum Interview zugeschaltet wird.
"Wir freuen uns wirklich riesig. Das ist ein toller Erfolg Österreichs", sagt sie auch direkt eingangs. "Es war durchaus ein spannendes Rennen, aber es war letztlich erfolgreich. Österreich hat jetzt ein ganz anderes Standing in der Weltgemeinschaft." Die Stimme Europas sei mit Portugal und Österreich auf jeden Fall gewährleistet. Der Sitz biete auch die Möglichkeit, den UNO-Amtssitz Wien zu stärken.
"Die Welt heutzutage ist nicht mehr die gleiche wie 1945." Wie so viele Stellen brauche deshalb auch der Sicherheitsrat Reformen. Große Mächte können ihre Interessen durchsetzen, Österreich könne als kleines Land den Interessen vieler anderer eine Stimme geben.
Trotzdem: "Wir brauchen keine Parallel-UNO." Über die Jahre seien viele Doppelgleisigkeiten entstanden, die es jetzt anzugehen gelte. Das Veto abzuschaffen oder mehrere permanente Sitze zu vergeben, wären einige Reform-Ideen Meinl-Reisingers.
20 Millionen Euro hat die Bewerbung gekostet: "Ja natürlich zahlt sich das aus." Österreich sei vergleichsweise kostengünstig gefahren, vermutlich bleibe man unter diesem Wert. Dadurch habe man aber auch große Konferenzen nach Wien geholt, etwa eine riesige Klima-Konferenz im April mit 2.000 Teilnehmern. "Mit diesem Sitz haben wir ein ganz anderes Gewicht in der Welt."