400.921 Euro – so viel gab das Außenministerium von Beate Meinl-Reisinger im ersten Quartal 2026 (1. Jänner bis 31. März) für Flugreisen aus. Zutage gebracht hat das eine parlamentarische Anfrage der FPÖ. Wie erklärt die Ministerin diese enormen Kosten?
In der Anfragebeantwortung wird dabei auf die gestiegenen Preise infolge der Konflikte im Nahen Osten verwiesen. Auch die Bewerbung der österreichischen Kandidatur für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen habe eine höhere Anzahl an Reisen notwendig gemacht. Diese Kampagne hatte immerhin Erfolg, mehr dazu hier.
Eine detaillierte Liste sämtlicher Flug- und Stornokosten für das gesamte Ministerium konnte die Ministerin aufgrund des enormen Verwaltungsaufwands nicht aufstellen, nur so viel: Meinl-Reisinger selbst stieg in den drei Monaten zu acht Reisen in den Flieger. Innereuropäisch wurde Economy geflogen, Langstrecke in der Business-Class.
Am teuersten zu Buche schlugen dabei Arbeitsgespräche bei der UNO in New York. Die Flüge für die Ministerin und einen einzigen Kabinettsmitarbeiter kosteten 10.735,18 Euro. Minimal billiger war der offizielle Arbeitsbesuch in Maskat, Riyadh und Abu Dhabi. Hier kosteten die Flüge für die Ministerin plus vier Kabinettsmitarbeiter insgesamt 10.683,86 Euro.
Fünf Reisen tat Staatssekretär Sepp Schellhorn, wobei eine besonders hervorsticht: Mit drei weiteren Mitarbeitern ging es in Business- und Economy-Class nach Accra (Ghana) zur Eröffnung des Österreichischen Kulturforums. Auch "politische Konsultationen" standen am Programm. Kostenpunkt: 5.687,54 Euro.
857 Euro kostete beispielsweise auch die Dienstreise eines Mitarbeiters zur Teilnahme am Political Tech Summit in Berlin; 2.496,60 Euro die Flüge für Schellhorn und zwei Mitarbeiter zum Rat für Auswärtige Angelegenheiten in Brüssel.
Zu den Flügen noch hinzu kommen Kosten für Großraumbusse, Mietwagen oder ähnliche Fahrzeuge in Höhe von 15.521,29 Euro. Die oben genannte Gesamtsumme von rund 400.000 Euro dürfte sich aber noch reduzieren. Wie berichtet, geht das Außenministerium davon aus, 50 bis 75 Prozent der 161.000 Euro für den Rückholflug aus dem Nahen Osten von der EU erstattet zu bekommen. Mit diesem wurden nach dem Großangriff auf den Iran gestrandete Österreicher in Sicherheit gebracht.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz übt jedenfalls harte Kritik: "Es ist wirklich nicht zu glauben, wie unter Meinl-Reisingers Führung das Geld im Außenministerium abgeschafft ist. Da wird kreuz und quer in der Gegend herumgeflogen, während sich immer mehr Österreicher nicht einmal mehr einen Urlaub mit dem Auto leisten können. Diese abgehobene Politik ist wirklich nicht mehr länger hinnehmbar."
Schon letztes Jahr gab es eine hitzige Debatte um die Reisekosten der Ministerin. Damals waren es im dritten Quartal 261.000 Euro, teils wurde ebenfalls in der Business-Class geflogen. Man setze dabei auf die Prinzipien der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Transparenz, hieß es gegenüber "Heute".
"Die Bundesministerin nutzt auf Kurzstreckenflügen daher grundsätzlich die Economy Class. Nur, wenn diese vollständig ausgebucht ist und keine andere Möglichkeit besteht, wird ausnahmsweise auf Business Class ausgewichen."