Tausende Österreicher halten sich aktuell im Nahen Osten auf, ein Großteil davon in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den Metropolen Dubai und Abu Dhabi. Auch dort gibt es seit dem Großangriff auf den Iran immer wieder Raketenalarm, vereinzelt schlugen auch Drohnen ein. Im Großen und Ganzen funktioniert die Flugabwehr der Emirate aber gut.
Bereits am Mittwoch wurden 151 vorwiegend vulnerable Personen (wie Familien mit Kindern) per Charterflug aus den Krisenregionen evakuiert. Am Donnerstag konnten die Botschaften mit Bussen und anschließenden Flügen aus Riyadh und Maskat weitere 416 Österreicher zurückholen.
Über die aktuelle Lage informierte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger am Freitag ab 14 Uhr höchstpersönlich. Sie spricht von einem "Ausnahmezustand" im Nahen Osten. "Oberste Priorität ist der Schutz der Österreicher in der Region." Mittlerweile wurden über 1.100 Ausreisen vom Ministerium durchgeführt, 800 davon per Flugzeug.
Gerade ist ein Flug aus Abu Dhabi gestartet, am Nachmittag soll sie in Wien landen. Ebenfalls am Weg nach Österreich ist ein Linienflug der Emirates aus Dubai mit 600 Plätzen. "Wir sind alle im Dauereinsatz." Kriege seien immer mit enormen Verlusten verbunden. Österreich habe deswegen kein Interesse, dass es weiter eskaliert, will sich aber auch nicht hineinziehen lassen.
Verständnis zeigte Meinl-Reisinger auch für die Sorge vor einer neuen Flüchtlingswelle. Die Situation von 2015 dürfe sich nicht wiederholen. Über den Auslandskatastrophenfonds leiste man Hilfe vor Ort. Kritik gab es von der Ministerin an der FPÖ, die sich über diesen Umstand immer wieder empört.
Eine Flüchtlingsbewegung sehe man aber aktuell innerhalb des Libanons vom Süden, wo Israel Angriffe gegen die Hisbollah fliegt, in den Norden. "Wir helfen vor Ort, um Flüchtlingswellen zu verhindern." Eine Aufstockung des Fonds ist aus Budget-Gründen nicht vorgesehen.