Wegen des eskalierten Nahost-Konflikts blockiert derzeit die Straße von Hormus die Weiterfahrt von mindestens sechs Schiffen großer Reedereien. Das berichtet unter anderem die britische "Daily Mail". Wie 20 Minuten berichtet, dürfen die Passagiere ihre Schiffe nicht verlassen und warten auf neue Informationen.
Ein Schweizer Urlauber schildert seine Erlebnisse an Bord der MSC Euribia, die seit 28. Februar im Hafen Port Rashid in Dubai liegt. "Wir sitzen hier bereits seit dem 28. Februar fest. Eigentlich wären ab dem 2. März noch Ferien auf den Malediven geplant gewesen", erzählt er. Besonders an den ersten beiden März-Tagen seien immer wieder Detonationen zu hören gewesen. "Auch ein Gebäude in Sichtweite der MSC wurde getroffen, woraufhin dichter, schwarzer Rauch aufstieg." In einem Video ist zu sehen, wie Gäste lautstark applaudieren, als ein erster Touristenflieger endlich abheben kann.
Auch Passagiere der deutschen Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 berichten von dramatischen Szenen. Beide Schiffe liegen aktuell fest – eines davon im Hafen von Doha. "Viele Passagiere, darunter viele Familien mit Kindern, beginnen, die Fassung zu verlieren." Niemand wisse, wann eine Heimreise möglich sein wird, schildern Betroffene laut der deutschen "Bild".
Laut Focus.de wurde direkt über dem Mein Schiff 5 eine Drohne abgeschossen. "Passagiere sind in Tränen ausgebrochen und waren völlig fertig. Wir fühlen uns gerade ziemlich hilflos und alleingelassen", berichtet eine Augenzeugin.
Eine Passagierin beschreibt die Lage so: "Es sind ja keine Ferien mehr, auch dadurch, dass man sozusagen eingesperrt ist und nicht mal in den Pool kann. Es ist wie ein Gefängnis." Laut ihr dürfen die Gäste nicht einmal mehr auf ihre Balkone. Die Crew versuche, mit Grillabenden auf Deck für bessere Stimmung zu sorgen. "Sie versuchen, durch BBQs an Deck die Stimmung aufzuhellen. Lächerlich in meinen Augen."
Weniger dramatisch sieht es Romina aus Deutschland, die mit ihren beiden fünfjährigen Kindern auf dem Mein Schiff 4 in Abu Dhabi festsitzt. "Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind gesund und versuchen, ruhig zu bleiben und die Situation anzunehmen, wie sie ist. Wir fühlen uns sicher!", wird sie von der "Kreiszeitung" zitiert. "Der Alltag ist sehr entspannt, vor allem für die Kinder", erzählt sie. "Viele Eltern sitzen zusammen, die Kinder spielen miteinander. Die Crew bemüht sich sehr, den Betrieb aufrechtzuerhalten, und informiert regelmäßig über alle Entwicklungen."
Der Anbieter TUI Cruises betont auf seiner Website: "Die Gäste werden umfassend betreut und versorgt. Der Bordbetrieb läuft regulär im Rahmen der gegebenen Umstände." Einige Passagiere vom Mein Schiff 4 konnten inzwischen nach Hause gebracht werden. Weitere Rückreisen sind in Abstimmung mit den Behörden geplant.
Wie lange die Situation noch andauert, ist derzeit nicht absehbar. "Die grosse Welle kommt bald", erklärte US-Präsident Donald Trump am Dienstag. Er rechnet mit etwa vier bis fünf Wochen Krieg – möglicherweise könnte es aber auch länger dauern.